Brieftauben für Genrationen

Junge Züchter wurden Vierte bei Deutschen Meisterschaften

junger Züchter im Taubenschlag
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Hier werden die Tiere gehegt und gepflegt: Züchter Julien Schnücker (18) im Taubenschlag in Merzhausen.

Tradition in vierter Generation. Für Familie Schnücker gehören tauben zum Alltag.

Merzhausen. Schon in vierter Generation sind Tauben aus dem Alltag von Familie Schnücker nicht mehr wegzudenken, und schon alle Brieftaubenzüchter der Familie konnten stolze Preise erreichen. Julien und Justin Schnücker schafften nun einen beachtlichen vierten Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse 15 bis 18 Jahren.

Schon der Uropa von Julien und Justin hatte ein Herz für die Tauben. Viele Jahre lebten die Tiere im Taubenschlag im Dachgiebel des Hauses. Als Opa Georg Schnücker jedoch einen Unfall hatte und sich den Lendenwirbel brach und auch Vater Maik mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, war klar, dass auf Dauer die Taubenpflege unter dem Dach zu beschwerlich ist. „Wir mussten uns entscheiden: umbauen oder aufgeben“, erinnert sich Maik Schnücker, der es am Ende nicht übers Herz brachte, das geliebte Familienhobby zu beenden. „Es ist unser aller Hobby. Wir alle lieben die Tiere und den Adrenalinkick, wenn die Tiere von ihren Reisen zurückkehren und im Anflug sind“, so der Papa, der mit Hilfe von Freunden kurzerhand einen neuen Taubenschlag im Garten baute.

„Die Umgewöhnung der Tiere war nicht einfach, doch inzwischen lieben die Tiere ihr neues Heim“, sind die Schnückers überzeugt. Schon als Vierjähriger half der heute 18-jährige Julien Schnücker beim Einsetzen der Tauben. „Julien kannte schon als Kindergartenkind jede Ringnummer von jedem Tier“, erinnert sich Maik Schnücker. Bruder Justin ist durch eine Allergie in der Taubenbetreuung ein wenig gehandicapt, nichtsdestotrotz macht auch er sich Gedanken über geeignete Verpaarungen und hat sein Herz an besondere Farbschläge verloren. „Unsere älteste Taube ist 19 Jahre alt“, erzählen die drei Taubenfreunde, die stolz darauf sind, dass ihr Taubenopa im vergangenen Jahr auch noch Nachwuchs zeugte und jetzt in Würde altern darf.

Züchter werden immer weniger

In Deutschland gebe es rund 30 000 Taubenzüchter. „Es ist so schade, dass es immer weniger Züchter werden. Es ist so ein erfüllendes Hobby“, so die Schnückers. In der Kindheit des Vaters habe es noch unzählige Brieftaubenzüchter im Dorf gegeben und so wurde gar ein Fußballspiel unterbrochen, als ein Zuschauer über den Platz rief: „Die Tauben kommen.“ „Die halbe Mannschaft rannte vom Platz zu den heimischen Schlägen und der Schiedsrichter hatte zu warten, bis alle wieder zurückgekehrt waren“, so Schnücker.

Heute reisen Schnückers Tauben regelmäßig aus ganz Deutschland bis teils aus Frankreich zurück nach Merzhausen: Lediglich die hohen Verlustraten durch Greifvögel macht der Züchterfamilie Sorgen. Im vergangenen Jahr hat es gar die beste Taube des Schlages erwischt. „Solch Verlustquoten gab es früher nicht“, sagt Maik Schnücker.

Aufgeben ist für die Familie aber keine Option und so ziehen sie sich immer wieder eigene Jungvögel heran und kaufen auch mal die ein oder andere verheißungsvolle Taube zu. „Die teuerste Taube wird derzeit mit 300 000 Euro gehandelt“, weiß Julien Schnücker, dessen Taschengeld für solch Summen natürlich nicht ausgelegt ist. „Möchte heute jemand in die Taubenzucht einsteigen, so helfen erfahrene Kollegen gerne. Auch unsere Jungs bekamen schon einige Tiere von erfahrenen Züchtern geschenkt“, so Maik Schnücker, der hofft, dass das Familienhobby noch viele Jahre lang weiterlebt. (Regina Ziegler-dörhöfer)

Gemeinsames Hobby: Auch Bruder Justin (14) interessiert sich wie alle Familienmitglieder für die Brieftauben.

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