Belüftung wegen nicht beseitigter Munitionsfunde problematisch

Zahlreiche Fische verenden zurzeit im Wallgraben

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Kein seltenes Bild: Im Wallgraben in Ziegenhain treiben viele tote Fische an der Wasseroberfläche.

Ziegenhain. Der Geruch von abgestandenem Wasser und der toter Fische liegt über dem Kleinen Wallgraben in Ziegenhain.

Dem Graben macht ein Fischsterben zu schaffen. Die vermutliche Ursache: zu wenig Sauerstoff. An der Oberfläche des historischen Festungsgewässers werden bereits mehrere bis zu 70 Zentimeter lange verendete Karpfen, Hechte und andere Fische sichtbar. Problematisch ist die Situation wegen der immer noch nicht beseitigten Munitionsfunde aus dem zweiten Weltkrieg.

Experten von der Unteren Wasserbehörde und des Wasserverbands Schwalm gehen davon aus, dass zum einen die lang anhaltende Trockenwetterphase Ursache für den niedrigen Wasserstand ist. Zum anderen vermehre sich wegen des erwärmten Wassers eine besondere Algenart, die Sauerstoff verbraucht.

Aktualisiert um 15.48 Uhr

Erster Stadt Stadtrat Detlef Schwierzeck betont, dass nach Erkenntnissen der Stadt nicht Missstände eines Düker (Unterführung eines Rohres) die Ursache des Fischsterbens seien.Vorsorglich allerdings sei der Sandfang des Dükerschachts gespült worden. Wenig Erfolg verspricht die Möglichkeit, mit Hilfe der Feuerwehr über Frischwasser dem Wallgraben Sauerstoff zuzuführen. Aus Sicht des Wasserverbands Schwalm wäre eine Belüftung des Gewässers mit entsprechendem Gerät sinnvoll. Das ist allerdings wegen der sich im Wasser befindlichen Kampfmittel problematisch.

Grünes Licht dafür müsste aus Wiesbaden kommen. Denn das Land ist mit der JVA als größtem Anlieger des Wallgrabens Eigentümer des Gewässers. Wegen der Munitionsfunde ist der Uferbereich nicht zugänglich. Ebenfalls aus Sicherheitsgründen ist die Entfernung der toten Fische augenblicklich nicht zulässig, teilte das Justizministerium mit. Aktuell werden Wasserproben genommen, um eventuell eingeleitete Giftstoffe nachzuweisen. „In Abstimmung mit dem Kampfmittelräumdienst werde umgehend dafür Sorge getragen, dass die toten Fische entsorgt werden“, verspricht das Ministerium.

Fische sterben im Wallgraben

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