Sanierung wird fällig

Brückenbau für A49 bei Dittershausen: Risse im Beton

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Wird zwei bis drei Monate später fertig: Das beschädigte Stück Fahrbahndecke der Todenbach-Talbrücke wird vom Beton befreit.

Schwalmstadt. An einem Teil des Brückenneubaus für die Autobahn 49 über den Todenbach bei Dittershausen ist eine Sanierung fällig. Wir haben nachgefragt.

Bereits Mitte Juni kam es bei den im Taktschiebeverfahren durchgeführten Bauarbeiten in einem der Takte – einem 24 Meter langen Brückenelement – zu einem Spannungsschaden in der Fahrbahndecke. Der Spannungsschaden sei zwar höchst ärgerlich, es habe aber zu keiner Zeit einen Baustopp an der Brücke gegeben, betont Bernhard Klöpfel. Lediglich die Mannschaft für das Taktschiebeverfahren sei während der Fehleranalyse abgezogen worden, so der Mann von Hessen Mobil. Marius Ohlwein, zuständiger Projektingenieur für die Brücke, fügt an, dass an anderen Stellen des Bauwerks normal weitergearbeitet wurde.

Bei der Anfertigung eines Taktes kommt daumendicker Spannstahl zum Einsatz, welcher dem Bauteil später die notwendige Stabilität verleiht. Jeweils fünfzehn Spanndrahtlitzen werden zusammengefasst und geschützt durch ein Hüllrohr in die Fahrbahn gelegt. Darauf kommt der Beton. Sobald der Beton eine gewisse Festigkeit habe, werde das Stahlseil mithilfe hydraulischer Pressen und bis zu 300 Tonnen Zugkraft gespannt, erklärt Ohlwein: „Der Stahl wird dabei 30 Zentimeter in die Länge gezogen.“ Zum Schluss kommt in das Hüllrohr ebenfalls Beton. Zu den genauen Ursachen für den Schaden konnte Klöpfel nichts sagen. Gutachter wurden eingeschaltet. 

Fest steht, dass beim Spannen des 21. Takts der Beton offensichtlich noch nicht ausreichend fest war. Da Messungen dies im Vorfeld aber nicht angezeigt hatten, wurde gezogen und dabei die Fahrbahn auf einer Länge von rund acht Metern beschädigt. Äußerlich sieht man nur kleine Risse. Generell würde so ein Problem nur selten vorkommen, betont der Fachmann: „Das Verfahren ist Stand der Technik.“ In den letzten Wochen wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet, welches in Kürze umgesetzt werden soll. Das beschädigte Stück Fahrbahndecke wird bis auf die Armierung mit dem sogenannten Höchstdruckwasserverfahren vom Beton befreit. Dazu wurde nicht nur ein 30.000-Liter-Wassertank zur Baustelle geschafft, sondern auch eine kleine Kläranlage. Sobald der schadhafte Beton entfernt ist, werde neu betoniert und gespannt, sagt Bernhard Klöpfel: „Wir erhalten eine vollumfängliche Brücke und uns ist kein finanzieller Schaden entstanden.“

Für das Gesamtbauvorhaben sei der Vorfall zeitlich nicht relevant, ist sich Klöpfel sicher und rechnet für die Brücke mit einer Bauzeitverlängerung um zwei bis drei Monate: „Qualität geht hier vor Schnelligkeit.“

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