Das Taubenschwänzchen erinnert mit seinem rasend schnellen Flügelschlag an einen Kolibri

Das Taubenschwänzchen liebt den Sommer auch in der Schwalm

Schwirrflug im Sonnenschein: Das Taubenschwänzchen wird oft für einen Kolibri gehalten.

Schwalm. Der heiße Sommer tut nicht nur den Menschen gut, er ist auch für viele Tierarten wie Schmetterlinge oder Libellen günstig. Mehr in unserer monatlichen Vogelkolumne von Heinz und Stefan Stübing.

Manche Arten kommen sogar erst unter derart heißen Bedingungen zu uns, die normalen mitteleuropäischen Sommer sind ihnen zu kühl. Ein solcher Sommergast lässt sich derzeit so häufig beobachten, wie seit dem Supersommer“ von 2003 nicht mehr: das Taubenschwänzchen.

Wenn das kleine Tier, etwas kürzer als ein kleiner Finger, aber viel breiter und mit ausladendem Hinterteil, im Schwirrflug vor Blüten steht und seinen langen Saugrüssel bogenförmig in den Blütenkelch taucht, um Nektar zu trinken, erinnert er sehr an einen Kolibri. Und als solcher wird das Tier auch oft bestimmt. Aber Vorsicht: Das Taubenschwänzchen ist kein Vogel wie die Kolibris, sondern ein Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer, der zu einer tagaktiven Lebensweise in der heißen Sonne übergegangen ist.

Es schlägt, das hat das Tier mit den Kolibris gemein, so schnell mit den Flügeln, dass diese nur verschwommen erkennbar sind. Der rasend schnelle Flügelschlag ermöglicht das millimetergenaue Navigieren von Blüte zu Blüte.

Dabei sucht es bevorzugt besonders blaue oder rotviolette Blüten wie die von Schmetterlingsflieger, Phlox, Fuchsie oder Geranien in Gärten oder auf dem Balkon und Disteln, Rotklee oder Luzerne im Offenland auf. Besonders intensiv besucht es sehr nektarreiche Blumen, um für den energiezehrenden Schwirrflug schnell wieder auftanken zu können.

Die kleinen „Brummer“ sind Wanderfalter. Ihr eigentliches Verbreitungsgebiet befindet sich von Nordafrika über Spanien und Südfrankreich bis nach Griechenland und östlich bis nach Japan. Wenn im Mittelmeerraum durch die Sommertrockenheit das Blütenangebot knapp wird, wandern Taubenschwänzchen nach Norden. Sie können dann, wenn die Witterung ausreichend heiß ist, auch in Deutschland von den Ebenen bis in die Mittelgebirge angetroffen werden. In warmen Jahren gelangen einzelne Taubenschwänzchen bis über den Polarkreis hinaus.

Die Tiere legen ihre winzigen Eier meist an verschiedene Labkrautarten, an denen auch die grünen, mit weißen Längsstreifen geschmückten Raupen fressen. Im August schlüpfen die Falter, die bis Mitte September unsere Gärten bevölkern.

Die ähnlichen Kolibris sind weltweit nur in Amerika verbreitet und kommen in Europa und Afrika, aber auch Asien nicht vor, so dass sie in unserem Raum nicht beobachtet werden können.

Wer den Brummer beobachtet hat, wird gebeten, seine Beobachtung für einen Bericht zum Auftreten der Art im Kreisgebiet an Andrea Krüger unter 0 56 83/92 30 92 oder Mail an Andrea.Krueger-Wiegand@t-online.de zu melden.

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