Südlink sorgt für Unmut

Bürgermeister von alternativer Route der Stromtrasse völlig überrascht

Dr. Gerald Näser

Schwalm. Wie ein Paukenschlag hat die neue Entwicklung die betroffenen Schwälmer Gemeinden Frielendorf, Schwalmstadt, Neukirchen und Ottrau getroffen: Das Unternehmen Tennet plant jetzt offenbar verstärkt, die neue Hochspannungstrasse Südlink diagonal durch den Altkreis Ziegenhain zu bauen.

Die Nachricht traf erst diese Woche ein: Dr. Klaus Lambrecht (Leiter Untere Naturschutzbehörde, Homberg) verständigte die Rathauschefs am Montag, dass Alternativrouten zur Vorzugstrasse (Borken/Homberg/Kirchheim) veröffentlicht wurden beziehungsweise werden, die die Schwalm betreffen.

Bürgermeister Dr. Gerald Näser interpretiert es so, dass die Route westlich des Knülls jetzt aktiv beplant wird. Das sei eine ganz neue Qualität, man müsse sich jetzt intensiv schlau machen und die Entwicklung hellwach verfolgen. Näser: „Der Nordkreis hat in der Meinungsbildung einen gewaltigen Vorsprung.“ Doch gebe es auch in der Schwalm „riesige Vorbehalte“ gegen die Planungen. Näser mahnte erhöhte Aufmerksamkeit an: Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn eine Alternativplanung rasch durchgesetzt würde, weil sich anderswo zu starker Widerstand gebildet hat.

Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich geht davon aus, dass sich Widerstand auch in Schwalm bildet, denn die Trasse betreffe viele Orte. Er informierte das Stadtparlament am Donnerstag über die alternative Route. „Wir sind erst sehr spät auf die Trasse gestoßen worden“, so der Stadtchef, lange ein Verlauf durch die Schwalm gar nicht in der Diskussion gewesen.

„Das würde für uns erhebliche Einschnitte in Natur und Landschaft bedeuten“, sagte Olbrich, gerade vor dem Hintergrund, dass Neukirchen weiterhin Luftkurort und Kneippheilbad bleiben will. „Wir werden uns wehren“, betonte Olbrich. „Ich bin natürlich nicht so erfreut über diese Nachricht“, sagte Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz, sein Frielendorfer Kollege Birger Fey sprach von einer kritischen, ergebnisoffenen Prüfung.

Von Claudia Schittelkopp und Anne Quehl

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