Coronavirus in Nordhessen

Corona verändert alles - Schwälmer Thorsten Laabs berichtet aus Florida

Corona in Nordhessen: Coronavirus verändert alles - Bericht aus Florida
+
Lieblingsplatz von Thorsten Laabs: Anna Maria Island in Florida.

Thorsten Laabs aus Nordhessen (Schwalm-Eder-Kreis) sitzt wegen des Coronavirus in Florida fest. Er berichtet von seinen Erlebnissen.

  • Thorsten Laabs sitzt in Florida fest - der Grund ist der Coronavirus
  • Der Mann aus Nordhessen berichtet von seinen Erlebnissen
  • Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Nordhessen im News-Ticker

Um ein – kurzfristig abgesagtes – Formel-1-Rennen in Florida zu sehen, ist Thorsten Laabs aus Ziegenhain vor gut einer Woche mit einem der letzten Lufthansa-Flüge nach Florida gereist. Einen Erholungsaufenthalt in seinerImmobilie in dem US-Bundesstaat wollte er anschließen. Doch auch in USA überschlagen sich die Ereignisse infolge der Pandemie. Laabs (58), berichtet von seiner Lage und seinen Beobachtungen dort.

Es gehe praktisch gar nichts mehr, ständig gebe es Pressekonferenzen, „praktisch im Stundentakt gibt es eine mit irgendwelchen News und neuen Einschränkungen“. Deshalb seien zum Beispiel Pool und Fitnessräume gesperrt. „Das alles nimmt mittlerweile beängstigende Formen an. 

Corona beeinflusst Leben: Polizei verweist den Nordhessen vom Hof

Heute hatte ich noch einige administrative Dinge zu tun, leider ohne Erfolg. An der Eingangstür beim Tax Collector haben mich zwei schwer bewaffnete Polizisten erst einmal über alles Mögliche ausgefragt, zu guter Letzt kam die Frage, wann ich aus Deutschland eingereist sei, und nach meiner wahrheitsgetreuen Antwort wurde ich sofort des Hofs verwiesen. Vielleicht kann ich nächste Woche einen neuen Anlauf unternehmen.“

Wegen Coronavirus - Lebensmittelläden sind ausverkauft

Viele Lebensmittelläden seien teilweise ausverkauft, insbesondere im Bereich der Toilettenartikel und Desinfektions- und Reinigungsmaterialien. Auch Aldi, wobei diese Märkte in USA mittlerweile vom einstigen Namen „Trader Joe´s“ zum deutschen Aldi gewechselt sei, sie sähen jetzt aus wie die neuesten in Deutschland.

In einem leergekauften Supermarkt in Florida: Thorsten Laabs (58) aus Ziegenhain ist seit gut einer Woche in seiner zweiten Heimat. 

Die Börse mit einem katastrophalen Verlust des Dow Jones spiele wie in Deutschland verrückt, doch viele Amerikane r interessiere das nicht sonderlich, sie freuten sich, „da ja das Benzin so schön günstig geworden ist“. Da seien die Menschen sehr pragmatisch und kümmerten sich nur um das, was sie betrifft.

Coronavirus stellt Leben auf den Kopf: Märchen für Erwachsene im Frühstücksfernsehen

Für Präsident Trump könnte es laut seriösen Medienberichten wirklich eng werden durch seinen Umgang mit der Krise, „da hilft auch die tägliche Pressekonferenz im Weißen Haus nichts, wo er alle seine Jasager-Schäfchen um sich schart“. Laabs ist sich sehr sicher, dass es keine vergleichbare Krise auch nur annähernd gegeben habe, „Märchenstunde für Erwachsene im Frühstücks TV!“

Angst vor Ausgangssperre wegen Corona

Seine persönliche Situation spitze sich unterdessen zu, „auch wenn ich hier zum Urlauben und vor allem Erholen hier bin“. Er erwarte, dass er als Nächstes das eigene Haus in Tarpon Springs nicht mehr verlassen darf, selbst in der Anlage, in der das Haus liegt und verwaltet wird, sich nicht mehr frei bewegen darf.

Der zu Fuß in 15 Minuten eigentlich gut erreichbare Traumstrand im Anschluss werde er auch nicht mehr besuchen können. „Kein Pool, kein Gym, kein Strand, keine Restaurants, keine offenen Geschäfte, alle Konzerte abgesagt, Indy Car GP ebenfalls eliminiert und als Kirsche auf der Sahne muss ich als vermutlich größter deutscher Eishockey Fan der hier heimischen „Tampa Bay Lightning“ auf den Besuch deren Heimspiele verzichten, da die Serie gestoppt wurde.“

Nicht nur in Nordhessen: Die Welt verändert sich - wegen des Coronavirus

Wegen seines Abstandes könne er nicht genau beurteilen, „ob es in der Panikmache erkennbare Unterschiede zwischen den beiden Ländern“ gebe. Laabs: „Sicher ist: hier ist alles im Zeitraffer passiert, was bei uns mehrere Wochen gedauert hat, hat sich hier seit dem Tag meiner Ankunft in wenigen Tagen ergeben.“ 

Schon jetzt möchte er sagen: „NachCorona wird die Welt eine andere sein als vorher!“ Eigentlich wollte Laabs aushalten, seine optionalen Rückflugtermine abwarten. Doch gibt er zu, langsam unruhig zu werden, nach früheren Heimkehrmöglichkeiten Ausschau zu halten.

Von Anne Quehl

Kitas in Kassel wegen Coronavirus geschlossen: Gibt es die Gebühr zurück?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.