Nordhessen: Gegen Viren gut geschützt

Coronavirus - Transport von Patienten für DRK-Retter kein Problem

Infektionsschutz: In kompletter Schutzkleidung zeigen (von links) Notfallsanitäterin Louisa Jung und Rettungsassistent Fabian Beier die Desinfektion eines Rettungswagens.
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Infektionsschutz: In kompletter Schutzkleidung zeigen (von links) Notfallsanitäterin Louisa Jung und Rettungsassistent Fabian Beier die Desinfektion eines Rettungswagens.

In Zeiten des Coronavirus muss der Umgang mit Erkrankten besonders gut geplant sein, das DRK im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen setzt auf eine gute Vorbereitung.

Der Rettungsdienst des DRK im Schwalm-Eder-Kreis (Nordhessen) ist auf den Transport von Corona-Patienten vorbereitet. Die Retter habe für den Umgang mit Infektionskrankheiten ein Konzept. Corona sei für die Mitarbeiter aus hygienischer Sicht kein besonderes Problem, beruhigt Thomas Lampp, Notfallsanitäter und Hygienetechniker: „Das ist für uns Standard, den wir jeden Tag leisten.“

Die Vorgehensweise bei infektiösen Patienten ist beim Rettungsdienst standardisiert. Für alle bekannten Infektionskrankheiten ist hinterlegt, wann welche Schutzkleidung zu tragen ist und welche Hygiene- und Desinfektionsvorgaben einzuhalten sind. Mittlerweile müssen die Notfallsanitäter und Rettungsassistenten bei Fragen auch nicht mehr in dicken Ordnern blättern, sondern bekommen allen Informationen auf einer Art Tablet.

Es gibt vier Schutzstufen, der einfachheitshalber in Farben aufgeteilt. Weiß ist die niedrigste, Violett die höchste. Dabei handele es sich dann beispielsweise um Infektionskrankheiten wie Ebola, erklärt der Hygienebeauftragte: „Dafür gibt es aber eigentlich spezielle Fahrzeuge.“

DRK in Nordhessen - Schutzbekleidung und maximaler Schutz wegen Corona

Sollte ein Corona-Patient transportiert werden, rüste sich die Fahrzeugbesatzung mit spezieller persönlichen Schutzausrüstung (PSA) aus. Zusätzlich zu den standardmäßig getragenen Infektionsschutzhandschuhen tragen die Retter eine Schutzmaske von Typ FFP 3, einen Einwegoverall oder Schürze und eine Schutzbrille. Nach dem Einsatz wird das Material entsorgt.

Bei der FFP 3-Maske handele es sich um die höchste Schutzklasse, erklärt Lampp, „der Anzug ist bakterien- und virendicht – alle Öffnungen werden zusätzlich verklebt“. Um das Risiko für die Fahrzeugbesatzung weiter zu minimieren, bekommt ein infektiöser Patient – sofern er nicht beatmet wird – eine OP-Maske aufgesetzt.

Da man als Rettungsdienst zunächst nicht immer wisse, mit welchem Erreger man es zu tun habe, würden sich die Schutzstufen für die PSA am höchsten Maßstab orientieren, betont Hygienetechniker Lampp: „Es könnte ja der Worst Case eintreten.“ Alle Rettungswagen des DRK Schwalm-Eder in Nordhessen haben immer fünf komplette Sets mit Infektionsschutzbekleidung an Bord. Zusätzlich zur eigentlichen Fahrzeugbesatzung könnten also etwa Feuerwehrleute ausgestattet werden, die Tragehilfe leisten.

Coronavirus in Nordhessen - DRK setzt ebenfalls auf Desinfektion

Das Hygienekonzept des DRK beschränkt sich aber nicht nur auf die PSA. Nach jedem Einsatz werden die Fahrzeuge von der Besatzung gereinigt und desinfiziert. Sobald der Patient in der Klinik angekommen sei, werde der RTW in Status 6 gestellt, erklärt Thomas Lampp: „Er ist damit erst mal nicht einsatzbereit.“

Für die Reinigung gibt es einen genauen Plan und das nicht nur wegen des Coronavirus. Es ist nicht nur festgeschrieben, wie gereinigt wird, sondern auch mit welchem Desinfektionsmittel. Um ein komplettes Fahrzeug zu desinfizieren, benötigt eine Besatzung – je nachdem um welchen Krankheitserreger es sich handelt – 15 bis 40 Minuten. Am Standort Ziegenhain (Nordhessen) erfolgt die Reinigung und Desinfektion in einer Wasch- und nicht in der Fahrzeughalle. Dadurch wird eine Kontaminationsverschleppung von Viren und Bakterien möglichst reduziert. Fachleute sprechen dabei auch von einer Schwarzweiß-Trennung.

Nach dem Material kommt das Personal: Direkt von der Waschhalle geht die Fahrzeugbesatzung in einen Duschbereich, wäscht sich mit desinfizierender Waschlotion und zieht neue Kleidung an. Erst wenn alles desinfiziert und gereinigt sei, gehe der Rettungswagen in Status 2 und stehe für Einsätze wieder zur Verfügung, erklärt Lampp.

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