Seniorenheime schwer betroffen

Coronapandemie: Hephata in Trauer und großer Sorge

Der Innenhof des Seniorenzentrums Wagnergasse in Treysa: Hier gelten zehn von 48 Mitarbeitern und 16 von 41 Bewohnern als infiziert.
+
Das Seniorenzentrum Wagnergasse in Treysa: Hier gelten zehn von 48 Mitarbeitern und 16 von 41 Bewohnern als infiziert. In weiteren Einrichtungen gibt es noch heftigere Lagen.

In vier Senioreneinrichtungen von Hephata-Tochtergesellschaften wütet Corona besonders schwer, in der zweiten Welle gab es bisher 31 Todesfälle im Zusammenhang damit.

Schwalmstadt – Erneut meldet das Hessische Diakoniezentrum Hephata viele Todesfälle im Zusammenhang mit Covid 19 in vier seiner Alten- und Pflegeheime: Insgesamt starben seit Herbst 31 Menschen, 20 von ihnen alleine seit dem 15. Dezember. Schwere Verläufe einiger Bewohner geben laut einer Pressemitteilung Grund zu großer Sorge, auch bei einigen Mitarbeitern zögere sich die Genesung hinaus. Es gebe auch Lichtblicke: Manche Bewohner seien aus der Klinikbehandlung dieser Tage in die Heime zurückgekehrt. In der Hephata-Behindertenhilfe, größter Bereich der Hephata Diakonie, habe sich die Corona-Situation in den vergangenen Tagen stabilisiert, es seien zu den bislang von Infektionen betroffenen Einrichtungen zuletzt keine weiteren dazugekommen. Positive Testergebnisse hatte es in mehreren Einrichtungen in Schwalmstadt sowie in den Wohnangeboten in Schrecksbach und in Neukirchen gegeben. In Schrecksbach könne die Quarantäne heute beendet werden. Der größte Teil der seit der zweiten Welle in der Behindertenhilfe Erkrankten habe einen milden oder mittelschweren Verlauf gehabt. Dabei sei es klar, dass man wie überall mit weiteren Ansteckungen rechnen muss, obwohl alle Schutzkonzepte konsequent umgesetzt würden.

Die beinahe zeitgleichen Ausbrüche in mehreren Seniorenzentren der Hephata-Tochtergesellschaften seit Ende November hätten in der Öffentlichkeit neben Betroffenheit vor allem eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, beispielhaft sei das Engagement der Menschen in Edermünde. Bürgermeister Thomas Petrich hatte dort einen Aufruf unterstützt, mehrere zusätzliche Pflegekräfte seien so gewonnen worden. Zudem haben Freiwillige vergangene Woche 19 Umzüge innerhalb der Einrichtung ermöglicht, um Nichtinfizierte isolieren zu können.

Coronavirus bei Hephata: Keine Unzulänglichkeiten bei Schutzausrüstung

Auf Nachfragen der HNA unterstreicht Hephata, dass es bei der Schutzausrüstung keinerlei Unzulänglichkeit gebe. Laut Hermann-Josef Nelles, Geschäftsführer HSDE (Hephata Soziale Dienste) seien bereits Wochen vor dem neuerlichen Lockdown in den Einrichtungen von sämtlichen Mitarbeitern FFP2-Maske während der gesamten Dienstzeit getragen worden. Auch im Diakoniezentrum Frielendorf werde bereits seit dem 1. November in voller Schutzausrüstung gearbeitet, so Geschäftsführer Werner Wieland. Es stehe ausreichend Material zur Verfügung. Inzwischen ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Personal und Besucher Masken nicht unter FFP-2-Schutzstandard tragen, das werde in den Einrichtungen so umgesetzt, auch Besucher müssen sie tragen, und zwar die hauseigene Marke.

Welche Ansätze dienen zur Erklärung für das hohe Infektionsgeschehen? Laut Hephata-Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt ist es bei „noch so ausgeklügelten Schutzkonzepten“ und der konsequenten Umsetzung in Anbetracht der allgemeinen Situation seit dem Spätherbst nicht zu verhindern, dass die Pandemie in den Einrichtungen ankommt. Gerade die hessischen Seniorenzentren seien „mit voller Wucht“ betroffen. Es gelte auch und gerade an Weihnachten: „Menschlichkeit kennt keinen Lockdown.“ (Anne Quehl)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.