Im Porträt

„Da kommt jede Menge zurück“ - Karlheinz Kurz, Ortsvorsteher von Mengsberg, berichtet

Karlheinz Kurz am Lindenplatz, wo ein Gedenkstein und vier gepflanzte junge Lindenbäume an den Erfolg Mengsbergs bei dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ erinnern.
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Karlheinz Kurz am Lindenplatz, wo ein Gedenkstein und vier gepflanzte junge Lindenbäume an den Erfolg Mengsbergs bei dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ erinnern.

Beraten, anregen, mitgestalten: Die Aufgabe des Ortsvorstehers mit seinem Ortsbeirat ist es, die Interessen seines Dorfes gegenüber den Gemeindegremien zu vertreten. In einer kurzen Serie stellen wir zwei von ihnen vor.

Mengsberg – Wenn es einen „alten Hasen“ unter den Ortsvorstehern gibt, dann heißt der Karlheinz Kurz. Für den Mengsberger hat im März die vierte Amtsperiode begonnen.

Insgesamt 30 Jahre schon ist der 74-Jährige im Ortsbeirat aktiv, fünf Jahre als stellvertretender Ortsvorsteher. Davor war er Vorsitzender des Schützenvereins. Von Amtsmüdigkeit keine Spur.

Wer ihn trifft, könnte meinen, für Karlheinz Kurz gibt es nichts Schöneres, als Ortsvorsteher zu sein. „Ich musste mich noch nie ärgern, da kommt jede Menge zurück“, sagt er. Sein Erfolgsrezept: „Ich konnte Leute mobilisieren, etwas zu schaffen, das nachhaltig ist“, sagt Kurz, der früher als Justizvollzugsbeamten in der JVA Schwalmstadt gearbeitet hat. Mit 55 ging er in Pension. „Ich hatte Zeit und Kraft, mich fürs Dorf zu engagieren“, sagt der „Meschberjer“.

Ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis

Auch sei es ihm, selbst seit 50 Jahren SPD-Mitglied, gelungen, das anfängliche „Parteiengezänkel“ zu durchbrechen. Seit 2010 gibt es bei den Ortsbeiratswahlen nur noch eine gemeinsame Liste. „Der will was fürs Dorf“, hätten die Leute gespürt und sich hinter ihn gestellt. Ob Bau des Kinderspielplatzes oder neue Gestaltung des Platzes vor dem Feuerwehrhaus – besonders auf die „Firma RR“, wie Kurz sagt, sei Verlass gewesen, die „rüstigen Rentner“.

Auch schätzt der Ortsvorsteher den stets kurzen Draht zu Neustadts Bürgermeister Thomas Groll – ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Als Ortsvorsteher ist er auch Leiter Außenstelle der Stadt Neustadt, zu der das Dorf gehört.

Den Stein ins Rollen habe der Entschluss des Ortsbeirats gebracht, am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilzunehmen. Seitdem waren die Mengsberger nicht mehr zu bremsen. Auf Regional-, Landes- und Bundesebene, überall räumten sie erste Preise ab und schafften es bis zum Vize-Europatitel des Dorferneuerungsprogramms.

Offen für was Neues

Vier junge Bäume und ein alter Stein erinnern am Lindenplatz daran. Die parkähnliche Fläche mitten in Mengsberg ist ein Lieblingsort für Kurz. Neben den vier neuen stehen hier auch viele alte Bäume, die tiefe Wurzeln geschlagen haben. Gleichzeitig ist der Platz offen gestaltet und bietet Weitsicht.

So ähnlich steht auch das ganze Dorf da. 2019 haben die Mengsberger ihr 725-jähriges Dorfjubiläum gefeiert.

Gleichzeitig haben sie in der jüngsten Dorfgeschichte gezeigt, wie offen sie sind für Neues – Beispiel autarke Energieversorgung. In Mengsberg ist die größte genossenschaftliche Solarthermieanlage Deutschlands entstanden, 2019 erhielt Mengsberg in Berlin den Deutschen Solarpreis und darf sich seitdem „Solares Bionenergiedorf“ nennen. 152 Häuser sind an das Nahwärmenetz angeschlossen, „wir sind energieautark“, schwärmt Kurz.

15 Jahre als Ortsvorsteher

Als nächstes steht in Mengsberg ab kommendem Jahr die Erneuerung der Durchfahrtsstraße sowie der Landesstraße an, auch der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses, auf das die Mengsberger bislang verzichtet hatten, um der örtlichen Gastronomie „nicht das Wasser abzugraben“. Doch spätestens seitdem die Gaststätte Ochs im vergangenen Jahr den Hahn zudrehte, gebe es Bedarf.

Kurz hat in den vergangenen 15 Jahren als Ortsvorsteher drei Pfarrer begrüßt und verabschiedet, er selbst steht für Kontinuität in Mengsberg. „Wenn wir in 2025 sagen können, jetzt haben wir alle Medaillen geholt, sind Bioenergiedorf und haben die Straßen in Schuss, dann kann ich Tschüss sagen als Ortsvorsteher.“ (Kerstin Diehl)

Das sind die Ortsvorsteher der Region

Oberaula

  • Friedigerode: Marcel Schmidt
  • Hausen: Jörg Albert
  • Ibra: Jacqueline Thamer
  • Oberaula: Hans-Joachim Schneider
  • Olberode: Werner Pfalzgraf
  • Wahlshausen: Sebastian Brenzel

Neukirchen

  • Neukirchen: Peter Jöckel
  • Asterode: Harald Roth
  • Christerode: Markus Diebel
  • Hauptschwenda: Christian Gajzler
  • Nausis/Wincherode: Nicole Mattheis
  • Riebelsdorf: Marc Blumenauer
  • Rückershausen: Alexander Köhler
  • Seigertshausen: Tobias Wagner

Gilserberg

  • Appenhain: Dr. Jochen Führer
  • Gilserberg: Anja Nordmann
  • Heimbach: Kein Ortsbeirat
  • Itzenhain: Petra Stehl
  • Lischeid: Martin Dippel
  • Moischeid: Andreas Pomorin
  • Sachsenhausen: Timo Franke
  • Schönau: Heiko Dehn
  • Schönstein: Hartmut Noll
  • Sebbeterode: Mehrtach Grösser
  • Winterscheid: André Dädelow

Schwarzenborn

  • Grebenhagen: Christoph Gröger

Schwalmstadt

  • Allendorf: Reinhard Otto
  • Ascherode: Michael Knoche
  • Dittershausen: Alexander George
  • Florshain: Mario Schenk
  • Frankenhain: Robert Bambey
  • Michelsberg: Andreas Göbel
  • Niedergrenzebach: Axel Wenzel
  • Rörshain: Helmut Böhm
  • Rommershausen: Anne Willer
  • Treysa: Jörg Hebebrand
  • Trutzhain: Ove Glänzer
  • Wiera: Hans-Joachim Habich
  • Ziegenhain: Burkhard Walz

Frielendorf

  • Allendorf: Karsten Meiser
  • Frielendorf: Matthias Dittschar
  • Gebersdorf: Reinhold Schuchardt
  • Großropperhausen: Stefan Braun
  • Leimsfeld: Bernd Heer
  • Lenderscheid: Jürgen Wettlaufer
  • Leuderode: Helmut Poltmann
  • Linsingen: Markus Becker
  • Obergrenzebach: Markus Mühling
  • Schönborn: Frank Hooß
  • Siebertshausen/Lanertshausen: Melanie Nette
  • Spieskappel: Thorsten Baar
  • Todenhausen: Beate Reckziegel
  • Verna: Volker Vaupel
  • Welcherod: Susanne Möller

Schrecksbach

  • Schrecksbach: Ingo Steinbrecher
  • Röllshausen: Bernd Helmbold
  • Holzburg: Franziska Riebeling
  • Salmshausen: Helmut Wahl

Ottrau

  • Görzhain: Sarah Schwalm
  • Immichenhain: Michael Kurz
  • Kleinropperhausen: Thomas Simon
  • Ottrau: Adrian von Hubatius
  • Schorbach: Barbara Lange
  • Weißenborn: Markus Knoch

Willingshausen

  • Gungelshausen: Carsten Perlet
  • Loshausen: Tobias Mattern
  • Merzhausen: Heinrich Keller
  • Ransbach: Rüdiger Nagel
  • Steina: Susanne Schlemmer
  • Wasenberg: Hannes Schwalm
  • Willingshausen: Jörg Waldhelm
  • Zella: Jan-Henrik Ebers

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