Museum der Schwalm

Dauerleihgabe: Bernd Völker hat ein Werk des Malers Heinrich Otto übergeben

Tischgebet: Soe heißt das Werk von Heinrich Otto, Bernd Völker überreichte zusammen mit Mutter Annemarie das Bild als Dauerleihgabe an das Museum der Schwalm. Foto: Regina Ziegler-Dörhöfer

Ziegenhain. Eine typische Schwälmer Familie, die in Tracht gekleidet die Hände zum Tischgebet faltet, ist auf dem Werk Tischgebet von Heinrich Otto zu sehen. Bernd Völker überreichte das von ihm im Kunsthandel erstandene Großformat am Sonntag dem Museum der Schwalm als Dauerleihgabe.

„Ich habe mich viele Jahre an dem Bild in meinem Wohnzimmer erfreut. Nun möchte ich das Werk der Öffentlichkeit zugänglich machen“, erklärte Bernd Völker, der sich auch im Arbeitskreis Festung als Vorsitzender engagiert.

Völker erwarb das Bild in Freiburg und beschäftigte sich viele Jahre mit dem Gezeigten. Der Maler Heinrich Otto, 1858 in Wernswig geboren, sei ein Meisterschüler Carl Bantzers gewesen. 1881 war Otto zum ersten Mal in Willingshausen zu Gast, kehrte aber immer wieder zur Malerkolonie zurück. Otto lernte auch an der Kasseler Akademie bei Professor Kolitz. Er selbst wurde an der Kunstakademie in Düsseldorf zum Kunstprofessor berufen, wo er 1923 verstarb.

Das Museum der Schwalm hatte von Heinrich Otto bislang nur einige Zeichnungen und Radierungen im Besitz und so freute sich Museumsleiter Konrad Nachtwey über die besondere Dauerleihgabe. „Das Bild uns als Dauerleihgabe zu überlassen, ist fast schon eine heroische Tat“, meinte Nachtwey, der versprach das Kunstwerk in Ehren zu halten.

Das Bild zeichne sich durch seinen üppigen Farbauftrag aus und unterstreiche damit das Kernige der Schwälmer Familie. Bernd Völker erläuterte die Lichtsymbolik des Bildes, Jesus sei in Form des Lichtes, das durch das Fensterkreuz auf den Mittagstisch falle, unmittelbar zu Gast am Tisch und so nehme das Bild auch Bezug zum Abendmahl. Völker vermutet, dass das Bild gegen Ende des Ersten Weltkrieges gemalt wurde, wo Hunger und Leid ein zentrales Thema gewesen wäre.

Familiäre Bindung

Bauernfamilien hätten allesamt mit Holzlöffeln aus einer Schüssel gelöffelt, hätte es meist doch Hirsebrei gegeben. „Das Bild besticht durch seine Einfachheit und sprach mich durch meine familiären Bindungen zur Schwalm an. Auch meine Mutter trug noch solch eine Tracht“, sagte Völker. Mutter Annemarie hütet die Tracht, die sie bis zum Konfirmationsalter getragen habe, bis heute. Weitere Werke Heinrich Ottos sind in der Mathildenhöhe in Darmstadt, in der Neuen Galerie Kassel, in Düsseldorf und in Koblenz zu finden. Für das Museum der Schwalm ist das Werk Heinrich Ottos bereits die zweite Übergabe eines bedeutenden Werkes in kürzester Zeit.

Im Juni erst erhielt das Museum ein Bild von Walter Waentig von der Firma Rohde als Dauerleihgabe.

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