Aktion endet am 30. Juni

Sammelaktion "Deckel gegen Polio": Abgabe in Schwalmstadt bis Mitte Juni 

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Die Sammelaktion Deckel gegen Polio endet: Daniel Helwig vom Werkraum in Treysa schüttet Flaschendeckel in die Sammeltonne. Bis Mitte Juni kann man die Deckel noch abgeben, die Aktion endet am 30. Juni.

Der Verein „Deckel drauf“ hat verkündet, dass seine Sammelaktion „Deckel gegen Polio“ am 30. Juni endet. In Schwalmstadt können noch bis Mitte Juni Kunststoffdeckel abgegeben werden.

Der Nürnberger Verein sammelt Deckel von Plastikflaschen, verkauft diese an einen Verwerter und finanziert mit dem Gewinn von 500 gesammelten Deckeln eine Impfung gegen Kinderlähmung.

Daniel Helwig findet das Ende der Sammelaktion bedauerlich. „Die Aktion wurde sehr gut angenommen“, sagt der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung und Ehrenamtskoordinator des Evangelischen Kirchenkreises Ziegenhain. 

Stolze Kinder 

Vor allem Kinder hätten mithilfe der besonderen Spendenaktion etwas lernen können: „Sie haben durch die Spendensammlung erkannt, dass auch eine kleine Aktion etwas bewirken kann. Außerdem ist ihnen der Wert von eigentlichem Müll und der Begriff Wiederverwertung bewusst geworden.“ Die Kinder seien immer richtig stolz gewesen, dass sie etwas beitragen konnten. In den letzten Wochen waren eine Schulklasse aus Alsfeld und eine Gruppe von Hephata zu Besuch.

„Wir bedauern es wirklich sehr, dass die Aktion jetzt endet. Bei uns wurde es gerade erst so richtig publik“, sagt Helwig. In Schwalmstadt gibt es erst seit anderthalb Jahren eine Sammelstelle. An der Aktion beteiligen sich der Diakonieladen in Ziegenhain und der Werkraum in Treysa. Auch im Franz-von-Roques-Haus steht eine Sammeltonne. „Viele Einrichtungen sammeln die Deckel auch bei sich vor Ort“, sagt Helwig. Er bittet auch diese darum, die Deckel bis Mitte Juni abgegeben zu haben.

Hoffnung auf Übernahme der Aktion

„Wir hatten optimale Voraussetzungen, uns als Sammel- und Lagerstelle eintragen zu lassen“, berichtet Helwig. Durch die Lagerfläche bei der alten Kaserne habe es keine Probleme gegeben, die sogenannten Bigbags abzustellen und zu füllen. „Wenn vier Bigbags voll sind, werden sie abgeholt“, erzählt Helwig. Aktuell seien drei von vier Behältern voll, bald sei der vierte aber sicher auch gefüllt. Für die Spendenaktion hatte er extra zwei große Mülltonnen besorgt, in denen die Deckel im Werkraum gesammelt werden. 

Ein neues, vergleichbares Sammelspendenprojekt sei ihm aktuell nicht bekannt, so Helwig. Beim Werkraum in Treysa läuft aber noch die „Handy-Aktion“. Hier können alte und nicht mehr benötigte Smartphones abgegeben werden, die dann ordnungsgemäß recycelt werden und aus deren Erlös Hilfsprojekte gefördert werden. Für Deckel gegen Polio läuft erst einmal der Endspurt. „Noch besteht bei mir ein wenig die Hoffnung, dass sich vielleicht ein Träger findet, der die Aktion fortsetzt“, sagt Helwig. Schließlich habe es den Charme der Aktion ausgemacht, dass sich jeder beteiligen könne.

Darum endet „Deckel gegen Polio“

Seit August 2014 besteht der Verein „Deckel drauf “. Die Idee zu „Deckel gegen Polio“ kam den Gründern 2013 auf einer Veranstaltung in Lissabon. Seit Beginn der Aktion sind laut Verein gut 452 560 500 Deckel verwertet und somit über 905 121 Schluck-Impfungen finanziert worden (Stand 01.04.2019). 

Drei Gründe gibt es, warum die Aktion nun eingestellt wird: Sinkende Preise von Sekundärrohstoffen, die neue Kunststoffstrategie der EU und der für ein ehrenamtliches Engagement zu groß gewordene Aufwand.

Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage des Vereins.

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