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Der Geschäftsführer verlässt das Rathaus

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Von: Matthias Haaß

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Stefan Pinhard sitzt an seinem ehemaligen Schreibtisch im Rathaus.
Ende einer Dienstzeit: Sechs Jahre war Stefan Pinhard Bürgermeister der Stadt Schwalmstadt. Gestern räumte er seinen Platz im Rathaus. © Matthias Haaß

Am 30. November endete die Amtszeit des – man muss sagen ehemaligen – Schwalmstädter Bürgermeisters Stefan Pinhard. Sechs Jahre lenkte der 54-Jährige die Geschicke der Stadt.

Schwalmstadt – Er habe es gerne gemacht, auch wenn es als parteiloser Bürgermeister nicht immer einfach gewesen sei, sagte Pinhard im Gespräch mit der HNA. Insbesondere die Arbeit mit den im Stadtparlament vertretenen Fraktionen sei manchmal nicht leicht gewesen und habe Zeit, Nerven und auch Kraft gekostet, so der Schwalmstädter: „Wir haben nicht immer auf derselben Seite des Seils gestanden.“

Was er in Zukunft vorhat, wollte er unserer Zeitung nicht verraten. Er könne sich eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft, aber auch in einer Verwaltung gut vorstellen, so der 54-Jährige und fügt bei der Frage nach einem möglichen Arbeitsort an: „Von Kassel bis Frankfurt ist alles möglich.“

Schwalmstadt bleibt Stefan Pinhard aber weiter eng verbunden. Dort wohnt und lebt er mit seiner Familie, sein Sohn besucht das Schwalmgymnasium. Die Stadt sei seine Heimat, betont der ehemalige Verwaltungschef mehrmals, und dieses Gefühl der Verbundenheit sei auch der Antrieb für das Bürgermeisteramt gewesen. „Hier sind meine Wurzeln.“

ein gewählter Geschäftsführer

Ein Amt, das Pinhard augenzwinkernd mit „es ist, einer der schwierigsten, aber auch einer der schönsten Jobs“ charakterisiert. Er habe sich nie als Politiker gesehen, sondern als gewählter Geschäftsführer, der das beste für die Stadt machen möchte: „Es war nicht immer einfach, aber es war mir eine Ehre, Bürgermeister meiner Heimatstadt Schwalmstadt sein zu dürfen.“

Auf die Frage, was er sich wünschen würde, wenn ein Chronist in 30 Jahren über die Pinhard-Zeit schreibt, muss der Schwalmstädter einen Moment nachdenken. Mit so einem Gedanken habe er sich noch gar nicht beschäftigt. Dann wird der 54-Jährige doch schnell konkret und nennt die Sanierung des Treysaer Bahnhofs, „wir sind jetzt ICE-Halt“ und die Konfirmationsstadt Ziegenhain eine Auszeichnung, die „ein weltweites Alleinstellungsmerkmal“ sei.

Ebenfalls sei es in seiner Amtszeit gelungen, den Schuldenstand der Stadt zu reduzieren und viele Unternehmen in der Stadt zu halten. „CSL konnten wir sogar zurückgewinnen“, betont er und fügt an: „Mein Anliegen war es, Schwalmstadt fit für die Zukunft zu bekommen.“

wenig Fortschritt beim Gewerbegebiet Area49

Beim Thema Wirtschaft wird Stefan Pinhard auf Nachfrage selbstkritisch. Das Gewerbegebiet an der A 49 habe sich in seiner Amtszeit nicht so entwickelt, wie er es sich vorgestellt habe. Im Gegensatz zu anderem Kommunen an der neuen Autobahn gibt es in Schwalmstadt mit der Area49 zwar einen durchaus einprägsamen Namen, aber noch keine Unternehmen, die auf der Fläche gebaut haben, die HNA berichtete mehrfach.

Das sei ein Thema, mit dem er sich gerne in der zweiten Amtszeit beschäftigt hätte, sagt Stefan Pinhard und man merkt ihm an, dass er mit der Wahlniederlage am 22. Juni zwar durchaus gerechnet hatte, aber nicht unbedingt im ersten Durchgang. Er habe auf eine Stichwahl gehofft, sagt er selbst. Dass es anders gekommen ist, hat Pinhard für sich akzeptiert. „Wer sich einer Wahl stellt, muss auch darauf vorbereitet sein zu verlieren.“

„Es darf keinen Stillstand geben“

Seit Wochen habe er mit seinem Nachfolger eng zusammengearbeitet. Die Staffelübergabe müsse gut vorbereitet sein, so der 54-Jährige. „Es darf keinen Stillstand geben. Das wäre schlecht für die Stadt“, denn es gebe durchaus offene Baustellen in der Stadt, so der Ex-Bürgermeister: „Nicht nur das bereits angesprochene Gewerbegebiet, sondern auch der Leerstand, Sanierungsstau, das ehemalige Sondermunitionslager in Rörshain und die Konfirmationsstadt muss ebenfalls vorangebracht und mit Leben gefüllt werden.“ (Matthias Haaß)

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