Die Erdmännchen sind weg

Stadt Schwalmstadt zeigt Diebstahl nicht an

Leeres Betonfundament neben einem Schwalm statt Safari Schild
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Leeres Betonfundament: Am Damm nahe der Staustufe stand der Aufsteller mit den Erdmännchen.

Lange waren sie Teil der „Schwalm statt Safari“. Jetzt wurde der Aufsteller geklaut.

Treysa. Sie sorgten in den vergangenen Wochen für das ein oder andere originelle Fotomotiv – die Erdmännchen, die auf einem Betonfundament thronend, Teil der „Schwalm statt Safari“ sind. Seit einigen Tagen dürften sich die Spaziergänger aber über einen leeren Sockel wundern, der Aufsteller ist nämlich verschwunden. Unbekannte haben die Erdmännchen offenbar abmontiert. Ein aufmerksamer Leser teilte seinen Eindruck über Facebook.

Auf Anfrage der HNA bestätigte auch die Stadt Schwalmstadt den Diebstahl der Erdmännchen. Allerdings habe man die örtliche Polizei nicht eingeschaltet, teilt Stadtmanager Achim Nehrenberg mit: „Der Diebstahl wurde nicht zur Anzeige gebracht. Hier zeigt die Erfahrung, dass der Kollege Zufall in den seltensten Fällen einen Beitrag zur Klärung ähnlicher Sachverhalte beiträgt. Die Polizei hat vermutlich auch Besseres zu tun.“

Im Vorfeld sei aber insbesondere über die Platzierung der Erdmännchengruppe diskutiert worden, weil man mit etwaigem Vandalismus rechnete. Dennoch habe sich die Stadt für das Aufstellen an einem „hochfrequentierten Platz“ wie dem Damm entschieden. Die Idee, den Teilnehmern der Safari dort originelle Fotos zu ermöglichen, sei am Ende das ausschlaggebende Argument für die Platzierung gewesen, so der Stadtmanager weiter.

Polizei rechnete mit mehr Vandalismus

Auf Nachfrage bei der Polizei zeigte sich, dass tatsächlich keine Anzeige seitens der Stadt eingegangen war. Man habe aber bereits beim Start der Safari im vergangenen Jahr mit viel mehr Vandalismus gerechnet. Bis auf einige Schmierereien seien die Aufsteller aber nicht beschädigt oder gar gestohlen wurden. In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin, dass solche Art der Sachbeschädigung schwierig zu verfolgen seien. Vor allem am Damm in Treysa sei es doch recht einfach, sich zu verstecken, wenn dort die Polizei vorbeikäme. Außerdem konzentriere man sich bei den nächtlichen Streifenfahrten auf schwerere Delikte, wozu beispielsweise Hauseinbrüche gehörten.

Wie Nehrenberg mitteilt, wird, zumindest für die aktuelle Safari-Saison, kein neuer Aufsteller mehr angeschafft. Produktionszeit und Lieferung dauerten einfach zu lang. Außerdem ende die „Schwalm statt Safari“ am 23. Oktober, also zum Ende der hessischen Herbstferien.

Für das kommende Jahr versprach der Stadtmanager aber eine Neuauflage – dann sollen auch die Erdmännchengruppe wieder dabei sein. (Jakob von Sass)

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