Förderverein Kulturlandschaft Schwalm lud zur Lesung ein

Die Vielfalt macht es aus: Baumgeflüster unter der Ransbacher Rosskastanie

Baumgeflüster unter der Rosskastanie: Jagdpächterin Katrin Ausmeier las aus dem Buch „Das Hasenfeld“ von Wildmeister Hans Behnke.
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Baumgeflüster unter der Rosskastanie: Jagdpächterin Katrin Ausmeier las aus dem Buch „Das Hasenfeld“ von Wildmeister Hans Behnke.

Eine mächtige Rosskastanie spendete dem Strohballenensemble des zwölften Baumgeflüsters am Samstag Schatten. Der Förderverein Kulturlandschaft Schwalm lud erneut zur Lesung ein.

Ransbach – Jagd war Thema des Treffens im Grünen und so hatten auch die Jagdpächter der Reviere Wasenberg, Leimbach und Ransbach geladen. Ihre Reviere liegen, so nennt es Jörg Haafke, Vorsitzender des Fördervereins, in einer „ausgeräumten Landschaft“.

Der Wald wurde auf den hochwertigen Lößböden des Wasenberger Rückens an den Rand gedrängt. Große Schläge mit einheitlicher Frucht bestimmen das Landschaftsbild. So blickten auch die Lesungsbesucher auf einen riesigen Zuckerrübenschlag. „Wir hören die Lerche und auch Wachteln gibt es in größerer Zahl“, merkte Haafke an, der auch eine Schafstelze auf den Blättern der Zuckerrüben ausmachte.

„Das Hasenfeld“

Jagdpächterin Katrin Ausmeier las aus „Das Hasenfeld“, wo Wildmeister Hans Behnke 1975 ein Jagdrevier unter die Lupe nahm, das ähnlich wie auch die Flur rund um die Rosskastanie ganz aufgeräumt daher kam.

„Die Beute ist nicht das Wichtige. Es geht vielmehr um die Naturschwärmerei, die Bauern nur bedingt leisten können“, hieß es im Werk, das von Getreidesteppen, fehlenden Winterdeckungsmöglichkeiten, verrohrten Gewässern und somit auch nur mit einem minimalen Wildtierbestand erzählte.

Der Wildmeister empfahl seinen jungen Revierpächtern, die ihn mit der Revierbegutachtung beauftragt hatten, Maisreihen und Haferschläge zu kaufen, um sie über Winter als Deckung und Futterfläche stehenzulassen. Auch das Ausbringen von Druschabfällen oder das Anlegen von Apfeltrestersilagen wurde den Jagdfreunden zur Aufwertung des Reviers empfohlen. „Zunächst muss die Speisekammer des Raubwildes gefüllt werden“, so der Ansatz. Brom- und Himbeerhecken, Hartriegel und Weißdornhecken lieferten Deckung fürs Wild.

„Die Vielfalt macht’s wohl“

„Die Beschreibung wurde Mitte der 70er Jahres verfasst. In den letzten 20 Jahren hat sich schon einiges zu Gunsten des Wildes verändert“, fügte Ausmeier ihrem Vorgelesenen an. Blühstreifen der Greening-Programme, die über Winter stehen blieben, seien beispielsweise eine gute Maßnahme.

„Nicht jede Region braucht auch überall Hecken. Das darf nicht missverstanden werden. Manch Tiere brauchen auch gerade die weiten Strukturen“, so Haafke.

„Die Vielfalt macht’s wohl“, hieß es aus den Zuhörerreihen, denen die Hegebestrebungen der Jäger oft gar nicht bewusst waren. „Die Thematik war uns völlig fremd“, gestanden Gäste, die in der Lesungspause mit den Jagdpächtern ins Gespräch kamen. Auch der im Buch angeregte Feldbegang wurde von Haafke als eine Idee für die heimische Region aufgegriffen. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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