Die wilden Tiere kommen wieder

Schwalmstadt: Parcours soll nach Treysa verlagert werden

Schild Schwalm statt Safari
+
Ärger gab es im vergangenen Jahr unter anderem wegen des Namens – das Projekt wurde dann in „Schwalm statt Safari“ umbenannt.

Auch in diesem Jahr werden im Rückhaltebecken zwischen Treysa und Ziegenhain wieder lebensgroße Abbildungen exotischer Tiere aufgestellt. 2020 sorgte die Aktion in für Diskussionen.

Schwalmstadt. Einiges Gebrüll im übertragenen Sinn gab es im vergangenen Jahr um Affe, Löwe, Erdmännchen und Co. – die „Schwalm statt Safari“ war Stadtgespräch. Die Idee des Stadtmarketings, lebensgroße Abbildungen exotischer Tiere im Rückhaltebecken zu installieren, kam nicht überall gut an. Kritik gab es vor allem am ursprünglich ausgewählten Projektnamen Schwalm-Safari, den eine Fahrschule als Markennamen bereits seit 2009 etabliert hat.

Nach einem geschlossenen Vergleich änderte das Stadtmarketing den Namen. Weil die Tiere aber nun mal da sind und vor allem Bürgermeister Stefan Pinhard und Achim Nehrenberg, Leiter der Wirtschaftsförderung, von dem Projekt überzeugt sind, soll es bald eine Neuauflage geben – diesmal mit dem Schwerpunkt in Treysa, „aber ohne die Zebrastreifen in der Schrift“, erklärt der Stadtmanager.

Im vergangenen Jahr dekorierten die Aufsteller den Teilbereich des Rückhaltebeckens nahe Ascherode und Ziegenhain. Es gebe mehrere Gründe für eine Verlagerung der Tour, sagt Nehrenberg: „Was das Rückhaltebecken betrifft, gibt es unterschiedliche Interessen – die der Landwirtschaft und die des Naturschutzes. Die Landwirte mähen hier später, um die Brut der Wiesenbrüter nicht zu stören. Die Renaturierung der Schwalm stellt für das Projekt einen positiven Effekt dar, den wir einbauen wollen.“

Neuauflage ist mit Naturschutzbehörde abgestimmt

Abgestimmt worden sei die Neuauflage mit der Naturschutzbehörde, auch der neue Magistrat habe dafür in seiner zweiten Sitzung grünes Licht gegeben. Eine kritische Bewertung in der Bevölkerung hatte es vor allem im Hinblick auf die Auswahl der Tiere gegeben – savannenähnlich sei sie ja, die Schwalmaue, aber doch einige wünschten sich vor allem Abbildungen heimischer Tiere. Deshalb werden nun drei heimische bedrohte Vogelarten in den Parcours miteingebaut werden – Kiebitz, Wachtelkönig und Flussregenpfeifer. Die Standorte entstehen entlang der renaturierten Schwalm – die Aufsteller sind noch in der Anfertigung.

In den Parcours miteinbezogen werden soll auch der renaturierte Teil der Schwalm bei Treysa.

Starten soll die „Schwalm statt Safari“ am Freitag vor den Sommerferien, am 19. Juli. Das Ende markieren die Herbstferien (23. Oktober). Dieses Zeitfenster war auch im vergangenen Jahr angepeilt worden – allerdings startete die Aktion dann erst am 29. August. Unter anderem, weil die gelieferten Aufsteller offenbar nicht der bestellten Qualität entsprachen. Der aktuelle Parcours (4,5 Kilometer) verläuft weitgehend entlang befestigter Wirtschaftswege, nur ein Teilbereich auf der Dammkrone ist asphaltiert.

Beim Konzept wolle man bleiben, so Nehrenberg: „Tierstimmen sind über einen QR-Code abrufbar, zusätzlich soll es piktogrammähnliche Symbole am Boden geben.“ Noch sei nicht sicher, ob der Wildtier-Parcours ergänzt werde. „Gewünscht war von vielen eine Giraffe“, erklärt der Stadtmanager. Schwierig sei es, seriöse Besucherzahlen zu nennen. Die Zugriffszahlen auf die Homepage seien „zu vage“. Lieber spricht Nehrenberg von einem deutlichen Mehrwert für den Gastronomiebereich. Und von Anfragen früherer Besucher, die außerhalb der Region lebten und sich nach einer Neuauflage erkundigt hätten. Das Konzept sei sogar so gut, dass andere Kommunen nach dem Projektentwickler gefragt hätten, um die Idee zu kopieren. Auch die angebotenen Segway-Touren soll es laut Nehrenberg wieder geben.

Weiter Veranstaltungen sind geplant

Dazu stellt sich der Stadtmanager flankierende Veranstaltungen vor – beispielsweise eine äthiopische Kaffeezeremonie oder einen Foodtruck mit afrikanischen Speisen. Der Ziegenhainer Lutz Klapp habe eine Fotoexkursion zugesagt, auch naturkundliche Führungen seien in Planung. Sorgen, dass die lebensgroßen Tierfiguren beschädigt werden könnten, gibt es nicht: „Vandalismus gab es keinen“, sagt Nehrenberg. Einzig die Erdmännchen waren zwischenzeitlich mit Aufklebern von Konterfeis von Nehrenberg und Pinhard beklebt worden.

Was die Neuauflage kostet, dazu möchte man aus dem Rathaus keine Angaben machen – nur so viel: Der Kostenrahmen sei ähnlich wie im vergangenen Jahr, zwischen 5000 und 6000 Euro. (Sandra Rose)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.