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Anwohner sind gegen Bebauungsplan Wohnpark Schwalm-Terrassen

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Von: Rainer Schmitt

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Anwohner der Pestalozzistraße und des Sandwegs erheben Einspruch gegen die Änderung des Bebauungsplans, vorne Ingrid Völker, hinten von links Robert Brychlik, Benjamin Rebrandt und Hans-Werner Kreuter.
Anwohner der Pestalozzistraße und des Sandwegs erheben Einspruch gegen die Änderung des Bebauungsplans, vorne Ingrid Völker, hinten von links Robert Brychlik, Benjamin Rebrandt und Hans-Werner Kreuter. © Rainer Schmitt

Anwohner der Pestalozzistraße und des Sandwegs erheben Einspruch gegen die Änderung des Bebauungsplans. Stadt äußert sich zu dem Vorhaben.

Schwalmstadt – Der eine möchte Häuser bauen, die anderen sehen darin eine nicht hinnehmbare Einschränkung und Wertminderung ihrer Wohnhäuser und eine große Belastung durch ein hohes Verkehrsaufkommen. Deshalb erheben sie Einspruch gegen die Änderung des Bebauungsplans. Die Rede ist vom Wohnpark Schwalm-Terrassen, den der Investor Eberhard Unger auf einem Grundstück zwischen Wiegelsweg, Sandweg und Pestalozzistraße bauen möchte.

Enttäuscht und mit einer Portion Wut im Bauch sind die etwa neun vom Bau direkt Betroffenen vor allem von Bürgermeister Stefan Pinhard und der Stadtverwaltung. Sie beklagen sich, dass sie erst sehr spät über die Änderung des Bebauungsplans erfahren haben. Auch ihre Briefe seien spät oder gar nicht beantwortet worden. Ähnliches gelte für die Gespräche mit den Betroffenen und der Verwaltung, berichtete Robert Brychlik, einer der Anwohner. Sie hätten sich mehr Informationen und Gesprächsbereitschaft gewünscht. Denn schließlich lehne man den Bau von Häusern auf dem Areal nicht grundsätzlich ab.

Das wollte der Bürgermeister so nicht auf sich sitzen lassen. Im Gespräch mit der HNA sagte er, es habe sehr wohl Gespräche mit den Anwohnern gegeben, auch sei man auf sie zugegangen und eine erneute Offenlegung des Bebauungsplanes beschlossen. Auch sollen auf Vorschlag des Investors nun vier statt fünf Häuser gebaut werden. Das zeige, so Pinhard, dass die Stadt die Bedenken der Anwohner ernst nehme. Auch sei es ihnen möglich, den Bebauungsplan rechtlich überprüfen zu lassen.

Der Bebauungsplan

Die Änderung des Bebauungsplans bezieht sich auf eine Fläche von 2,45 Hektar. Ein Großteil der Fläche war laut ursprünglichem Bebauungsplan von 1974 für eine Erweiterung der Schule und der Post vorgesehen. Das entspreche nicht mehr der geplanten Nutzung. Ziel sei nun zum einen eine Bebauung an der Friedrich-Ebert-Straße und die übrige Fläche als Allgemeines Wohngebiet auszuweisen, so der Bürgermeister und der Leiter des Bauamtes Alexander Inden.

In der erneuten Offenlegung des Planes ist eine Bebauung mit drei Vollgeschossen plus Dachgeschoss möglich. Die Firsthöhe ab der Oberkante Fußboden beträgt 15,30 Meter, erklärt Inden. Wie viele Wohnungen in den geplanten vier Häusern entstehen sollen, könne die Stadt nicht sagen. Inden geht von etwa 40 Wohnungen aus.

Die Zufahrt

Bedenken trugen die Anwohner auch wegen der Zufahrt vor. Sie befürchten eine Belastung der Pestalozzistraße und des Sandwegs. Nach Darstellung von Inden sei eine Zu- und Ausfahrt über den Wiegelsweg geplant. Ferner eine Zufahrt über den Sandweg, der möglicherweise auch als Ausfahrt genutzt werden könne. Eine entsprechende Beschilderung erfolge über das Ordnungsamt. Eine weitere Ausfahrt sei über die Pestalozzistraße möglich. Weil es sich um eine Einbahnstraße handele, und nur links auf die Straße eingefahren werden kann, sei die Grundschule nicht betroffen.

Nach Darstellung von Bürgermeister Pinhard und Bauamtsleiter Inden sei die Bebauung als Innenstadtentwicklung zu sehen. Es sei die gewünschte Verdichtung, um Bauland nicht auf der grünen Wiese auszuweisen. Aus städtebaulicher Sicht sei gegen Häuser mit drei Vollgeschossen plus Dachgeschoss nichts einzuwenden.

Die Anwohner

Doch gerade die Höhe der Gebäude bereiten den Anwohnern Sorge. Nach ihrer Rechnung könnten die Gebäude 15,8 Meter erreichen. Sie würden somit sechs Meter höher werden als die Häuser von Hephata in direkter Nähe und den Kindergarten würden sie um zehn Meter überragen. Dazu käme, dass alle Dachformen auch Flachdächer möglich seien. Nach Darstellung der Anlieger würden die Gebäude die umliegenden Häuser überragen und sich nicht, gleichgültig, von welcher Richtung aus man schaue, in die Umgebung eingliedern. Probleme sehen sie auch in der Verkehrsanbindung. Die Anbindung am Sandweg führe über ein privates Grundstück. Die geplante Verkehrsregelung durch das Ordnungsamt sei deshalb nicht möglich. Unter diesen Bedingungen behalten sich einige Anwohner vor, den Bebauungsplan einer überörtlichen Kontrolle unterziehen zu lassen. (Rainer Schmitt)

Das sagt der Investor:

Auf Anfrage der HNA wollte der Investor Eberhard Unger über die Baupläne nichts sagen. „Warten wir ab, bis der Bebauungsplan genehmigt ist“, sagte Unger. Zurzeit sind auf dem Gelände Erschließungsarbeiten zugange. Nach Angaben von Bauamtsleiter Alexander Inden sei eine technische Erschließung möglich, denn sie sind Gegenstand der künftigen Häuser.

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