Verlagerung hat auch Kritiker

Diskussion um Tegut in Treysa nimmt Fahrt auf

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Tegut in Treysa will näher an die Innenstadt: Der Markt in der Friedrich-Ebert-Straße (Foto) gilt als nicht sanierbar. An dieser Stelle planen Investoren einen Neubau für einen weiteren Discounter.

Mit der Entscheidung zum Tegut-Umzug innerhalb von Treysa in die sogenannte Schmelzau, vormals Autohaus Kohl, geht es bald auf die Zielgerade. Die Diskussionen halten an.

Die Stadtverordneten werden demnächst in letzter Instanz über die fix und fertigen Baupläne entscheiden. Damit verquickt ist die Ansiedlung eines weiteren Discounters am jetzigen Tegut-Standort neben dem Hagebaumarkt.

Die aktuellen Pläne hatte die Fuldaer Werner-Projektentwicklung (WPE) im März detailliert vorgestellt, der Joneleit-Büromarkt wolle nach wie vor miteinziehen, außerdem auch eine Bäckereifiliale. Das einzige, was noch offen ist, ist der Discounter: Klaus Diegelmann (WPE) hatte im März vor Ausschussmitgliedern gesagt, es werde definitiv nicht Aldi sein, mit Lidl sei man im Gespräch, doch es gebe auch andere.

Stadtmarketingverein G.u.T. hat zu dem Thema getagt

Am Mittwochabend hat der Stadtmarketingverein G.u.T. zu dem Thema getagt. Der G.u.T.-Vorstand hatte mitgliederintern kurzfristig zu einer Vorstandssitzung eingeladen – „aufgrund der aktuellen Entwicklungen“. Das Thema sei für den Geschäftsstandort Treysa von Bedeutung und betreffe zahlreiche Mitglieder von G.u.T. „Wir wollen uns daher positionieren und laden zu einer mitgliederoffenen Vorstandssitzung ein.“ 

Als Referenten des Infoabends waren Martin Schüller vom Einzelhandelsverband Hessen-Nord und der Justiziar der Kreishandwerkerschaft Schwalm Eder, Armin Jordt, eingeladen. Über die Ergebnisse will der Vorsitzende Björn Spanknebel im Nachgang informieren.

Fraktionen diskutieren ebenfalls

Auch die Fraktionen beschäftigt das Für und Wider. SPD-Sprecher Daniel Helwig sagte der HNA auf Anfrage, dass sich seine Fraktion noch keine abschließende Meinung gebildet habe, es aber weiter diskutieren werde.

Daniel Helwig, SPD-Sprecher

Es sei eine ganze Reihe von Punkten zu bedenken, etwa die Verkehrsanbindung, die Auswirkungen auf die Schwalm-Galerie und die Frage des Überangebots durch noch einen Discounter. Anderseits würde die Brache durch den Bau eines modernen Marktes aufgewertet, es würden Kunden aus der Region angezogen und die Attraktivität des Mittelzentrums gesteigert.

Auch CDU ist noch unschlüssig

Nicht anders sieht es in der CDU-Fraktion aus, berichtete deren Sprecher Marcus Theis, auch sie sei noch unschlüssig. Theis findet es jedoch vorteilhaft, wenn Investoren Interesse anmelden, er nehme eine Propaganda dagegen wahr. 

Marcus Theis, CDU-Sprecher

Auf jeden Fall werde die CDU noch mit Rewe sprechen, um alle Informationen zu kennen. Am Ende könne es sein, dass die Pläne eine Riesenchance fürs Mittelzentrum und eine gute Abrundung in der Innenstadt darstellten. Auf jeden Fall würde eine überzeugende Lösung der Verkehrsprobleme nötig sein, womöglich durch einen ovalen Kreisel wie in Fritzlar, meint Theis.

Sowohl der derzeitige Tegutmarkt als auch die Schmelzau sind Eigentum der WPE. Nach Informationen der HNA will die Gruppe ein neues Tegut nicht am alten Standort errichten. Die Gutachten gehen davon aus, dass die Entscheidung nur stadtintern Auswirkungen hat, daher sei kein Votum der Regionalversammlung erforderlich.

Lesen Sie auch: Tegut möchte näher an die Treysaer Innenstadt

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