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Drei Jahre Bewährung für Drogendealer aus der Schwalm

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Von: Jenny Breiding

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Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt bekamen die in fünf Fällen angeklagten Männer noch eine Chance.
Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt bekamen die in fünf Fällen angeklagten Männer noch eine Chance. © Lea Beckmann

Die von der Staatsanwaltschaft in fünf Fällen angeklagten Männer sollen gemeinsame Sache gemacht haben.

Schwalmstadt – Weil sie Drogen gekauft und damit gehandelt hatten, mussten sich am Dienstag zwei Männer aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. Beide wurden zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt werden konnte.

Mit dem Auto der Eltern des 35-jährigen Angeklagten aus dem Altkreis Ziegenhain sollen sie im Januar 2021 gemeinsam unterwegs gewesen sein, um große Mengen Betäubungsmittel anzukaufen. Weil der 35-Jährige zu diesem Zeitpunkt nicht im Besitz eines gültigen Führerscheins war, wurde ihm als Fahrer des Autos neben Beihilfe zum Handel mit den Drogen auch das vorsätzliche Fahren ohne Führerschein vorgeworfen.

Im Besitz seines Komplizen, ein 51-jähriger Familienvater, wurden größere Mengen Haschisch, Marihuana und Amphetamin gefunden. Er soll dem 35-Jährigen gewinnbringend Drogen verkauft haben. Dieser wiederum habe das Rauschgift auf eigene Rechnung an eine dritte Person verkauft. Die beiden Angeklagten räumten alle Tatbestände vollumfänglich ein.

Während der Verhandlung sprachen sie offen über ihre Vergangenheit, sie präsentierten sich kooperativ und um Besserung bemüht. Aufgewachsen in Umkreisen, die sie in Kontakt mit Drogen brachten, sind sie mit Vorstrafen in ähnlicher Angelegenheit keineswegs unbeschriebene Blätter.

Die Männer waren bereits zuvor mit Drogen erwischt und verurteilt worden, sie konsumierten die Betäubungsmittel selbst. Vor allem der 51-Jährige berichtete von privaten Problemen, die der Grund für seinen Rückfall gewesen seien. Beide hätten die Drogen nach der Arbeit „gebraucht“, um runterzukommen und morgens nach den aufputschenden Amphetaminen gegriffen, um wieder fit für den Tag zu sein.

Ihre finanzielle Not habe sie dazu gebracht, mit Drogen zu handeln. So wollen sie sich damit vor allem den eigenen Konsum finanziert haben. Diesen hätten sie aber mittlerweile hinter sich gelassen, wie sie im Prozess am Dienstag beteuerten. Die aktuelle Abstinenz und ihre Bereitschaft, diese auch zukünftig nachweisen zu wollen, kamen ihnen wohl zu Gute.

Richterin ermahnt und warnt

Die Staatsanwältin sprach sich für eine weitere Chance der Männer aus, deren Sozialprognose sich bereits im vergangenen Jahr verbessert hatte. Weil sie mittlerweile berufstätig seien und auch privat Verantwortung übernehmen, zeigte sie sich zuversichtlich. Auch die Richterin schätzte die Offenheit der Männer, die immer wieder Einblicke in ihre Intimsphäre gaben.

Schließlich wurde der 51-Jährige zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt. Sein Komplize erhielt eine zehnmonatige Haft-Auflage – beide Strafen konnten aber aufgrund der Geständnisse und persönlicher Umstände zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt werden. Zukünftig müssen sie Anweisungen des Bewährungshelfers folgen und Urintests zum Nachweis der Abstinenz erbringen.

Die Juristinnen ermahnten die zwei Männer eindringlich und appellierten an die zukünftige Vernunft und Vorsicht der beiden. „So ein Urteil kann man bei Verstößen ganz schnell widerrufen und dann habe ich keine Argumente mehr. Geben Sie mir Argumente“, so die Richterin. (Jenny Breiding)

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