Drillinge aus Leuderode machen sich für die Feuerwehr stark

Interessiert: Lehrgangsleiter Christian Nill erklärt den Drillingen Maik (von links), Marc und Patrik Hildebrand ein Atemschutzgerät. Den Grundlehrgang schloss das Trio aus Leuderode mit Erfolg ab. Foto: Matthias Haass

Es liegt in der Natur der Sache, dass Menschen in Uniform oft ziemlich gleich aussehen. Stecken in Uniformen dann auch noch Drillinge, wird es für den Beobachter umso schwieriger.

Genau vor das Problem stellten Maik, Marc und Patrik Hildebrand in den vergangenen vier Wochen die Ausbilder des Kreisfeuerwehrverbands Ziegenhain. Gemeinsam mit anderen Brandschützern absolvierten die drei 18-jährigen Leuderöder den 54-stündigen Grundlehrgang.

Schummeln wie in einschlägigen TV-Zwillingskomödien oft gezeigt, war aber dann doch nicht möglich. Da Feuerwehrleute in der Regel pragmatische Menschen sind, gab es für die Drillingsproblematik eine Lösung. Beim theoretischen Unterricht hätten Namensschilder auf den Tischen gestanden, sagt Maik Hildebrand und fügt mit einem verschmitzten Grinsen an: „Im Praxisteil wurden wir dann aufgeteilt.“ Glücklicherweise würden sich die Drei nicht wie ein Ei dem anderen gleichen, sagt Lehrgangsleiter Christian Nill mit einem Schmunzeln. Da man die drei in verschiedene Gruppen eingeteilt habe, hätten die Ausbilder immer nur einen der Brüder im Auge behalten müssen, so Nill weiter: „Dennoch war es hier und da etwas verwirrend.“

Der Grundlehrgang ist der erste Lehrgang von Feuerwehrleuten in ihrer Laufbahn. Hier werden die Grundsteine für das weitere Feuerwehrleben gesetzt, egal, in welche Richtung es sich weiterentwickelt.

Am besten habe ihm der praktische Unterricht gefallen, sagt Maik Hildebrand: „Ganz besonders das Abseilen aus dem zweiten Stock. Das hätte ruhig höher sein dürfen. Aus dem zweiten Obergeschoss ist ja gar nichts.“ Ebenfalls auf dem Lehrgangsplan standen Technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung. Wichtig auch das Verständnis im Team: Welcher Trupp übernimmt bei welchem Befehl welche Aufgabe? „Diese elementaren Dinge müssen von jedem Feuerwehrangehörigen beherrscht werden, sonst würde das ganze System kippen und der Einsatz unter Umständen nicht erfolgreich verlaufen“, sagt Christian Nill.

Die Hildebrand-Drillinge sind schon seit Jahren mit Begeisterung bei der Feuerwehr Leuderode. Nach acht Jahren in der Jugendfeuerwehr sei der Wechsel in die Einsatzabteilung überhaupt keine Frage gewesen, so die drei Auszubildenden. „Das ist bei uns im Ort so üblich und es macht Spaß“, erklärt Patrik Hildebrand.

Ein besonders wichtiger Aspekt in der Feuerwehr seien die Kameradschaft und die Gemeinschaft, finden die drei jungen Brandschützer.

Bei der Frage nach der Notwendigkeit der Feuerwehr werden die Drillinge ernst. Es müsse ja Leute geben, die den Dienst machen, betonen die 18-Jährigen übereinstimmend: „Es ist ein gutes Gefühl, Menschen zu retten und anderen zu helfen. Man will ja im Notfall auch selber Hilfe haben.“

Damit würden die jungen Brandschützer das Wesentliche gut zusammenfassen, findet Lehrgangsleiter Nill: „Sie verstehen, dass sie mit Ihrem Ehrenamt eine wichtige Rolle in der Gesellschaft einnehmen. Dass wenn jemand in Not ist und nicht mehr weiter weiß, die Feuerwehr hilft.“

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