Besuch im Freibad 

Freibäder bereiten sich vor: Öffnung wegen Corona-Pandemie verschoben

In Frielendorf laufen die Vorbereitungen für die Badesaison mit angezogener Handbremse. Um unnötige Kosten zu vermeiden, wurde das Becken bislang noch nicht gereinigt und mit neuem Wasser gefüllt. Andere Bäder im Altkreis stehen hingegen schon in den Startlöchern.
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In Frielendorf laufen die Vorbereitungen für die Badesaison mit angezogener Handbremse. Um unnötige Kosten zu vermeiden, wurde das Becken bislang noch nicht gereinigt und mit neuem Wasser gefüllt. Andere Bäder im Altkreis stehen hingegen schon in den Startlöchern.

Mit den steigenden Temperaturen steigt auch die Vorfreude auf einem Besuch im Freibad. Eigentlich wäre zwischen Mitte Mai und Anfang Juni Beginn der Schwimmbadsaison. Eigentlich.

Durch die Corona-Pandemie wird der Startschuss für den Sprung ins kühle Nass in diesem Jahr wohl deutlich später erfolgen. Bis Mitte Juni will die Landesregierung entscheiden, ab abseits vom Vereinssport wann wieder geschwommen werden darf.

Wir haben uns bei den Freibädern im Altkreis Ziegenhain umgehört. Vielerorts laufen die Vorbereitungen für die Badesaison auf Sparflamme.

Frielendorf

In der Gemeinde Frielendorf können Besucher im Kernort und in Großropperhausen ins Freibad gehen.

Eine Öffnung unter den derzeit geltenden Hygieneauflagen und Abstandsregeln würde zumindest bei den Freibädern personell, finanziell und organisatorisch nur sehr schwer zu bewerkstelligen sein, sagt Bürgermeister Thorsten Vaupel: „Das vorhandene Personal reicht definitiv nicht aus. Die Betriebskosten würden stark steigen und im Gegenzug sinken die Einnahmen aufgrund der Personenbegrenzung.“

Unter sozialen Gesichtspunkten plädiert der Bürgermeister für eine „ganz oder gar nicht“-Lösung und sagt nachdenklich: „Denn was mache ich mit den Menschen, die an brütendheißen Tagen nicht ins Freibad eingelassen werden dürfen, weil die Höchstpersonenzahl bereits erreicht wurde?“

Willingshausen

Auch für das Freibad in Wasenberg gibt es noch keinen konkreten Öffnungstermin. Man benötige für die Vorbereitung der Badesaison rund vierzehn Tag Vorlauf, sagt Bürgermeister Heinrich Vesper: „Die ursprünglich anberaumte Besprechung mit dem Förderverein konnte coronabedingt nicht durchgeführt werden. Dazu werden wir jedoch in Kürze erneut einladen.“ Mit erhöhtem Reinigungs- und Desinfektionsbedarf könne er sich einen Schwimmbadbetrieb vorstellen, so der Verwaltungschef: „Wünschenswert wäre ein Beginn vor den Sommerferien, mit Ende der Schulferien Mitte August macht es aus unserer Sicht keinen Sinn mehr, das Schwimmbad zu öffnen.“

Neukirchen

In Neukirchen sind die Vorbereitungen für die Schwimmbadsaison 2020 so gut wie abgeschlossen und das Bad bereits in Betrieb. Eine Öffnung nach Vorgabe von Land und Landkreis sei jederzeit möglich, teilte Bürgermeister Clemens Olbrich auf HNA-Anfrage mit: „Bautechnisch war es wichtig, das Becken zu füllen.“

Ein Hygienekonzept befinde sich in Arbeit, sagte der Bürgermeister und fügte an, dass sich eine Öffnung des Bades nach den Sommerferien nicht mehr lohnen würde.

Schwalmstadt

Man sei sich bewusst, dass vor allem Familien, die sich aufgrund der Corona-Pandemie auf einen Urlaub Zuhause einstellen müssen, die Öffnung des Freibades wünschen, sagte Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard: „Wir werden unser Freibad öffnen, wenn dies wieder erlaubt ist und wir die Einhaltung der zu diesem Zeitpunkt geltenden Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen gewährleisten können. Wann dies sein wird, können wir aktuell leider nicht einschätzen.“

Die Vorbereitungen laufen aktuell, beziehungsweise sind größtenteils abgeschlossen. Die Becken sind bereits gereinigt und neu befüllt worden, Ausbesserungsarbeiten sind abgeschlossen. Außerdem ist die Filteranlage in Betrieb. „Wir halten das Bad sozusagen bereit, um nach entsprechender Regelung durch die Landesregierung nicht erst mit grundsätzlichen Arbeiten beginnen zu müssen“, so Pinhard.

Oberaula

Wenn eine Öffnung unter vertretbaren Bedingungen möglich sei, dann werde man das Waldschwimmbad auch im Sommer 2020 öffnen, sagte Bürgermeister Klaus Wagner: „Sollte es jedoch so kommen, dass wir zusätzliches Fachpersonal – Badeaufsicht, technische Unterstützung, Reinigungsmaßnahmen – einsetzen müssen und dazu eine drastische Begrenzung der Besucherzahlen verordnet wird, dann macht eine Öffnung aus meiner Sicht keinen Sinn und ist auch nicht umsetzbar.“ Bis spätestens Anfang Juni soll das Bad auf eine Inbetriebnahme vorbereitet sein. Selbst wenn keine Öffnung in diesem Sommer möglich sein sollte, sei dies für die Überprüfung der technischen Anlagen wichtig, „wenn wir eine Öffnung – unter vertret- und bezahlbaren Bedingungen – nicht spätestens zum Beginn der Sommerferien vornehmen können, dann werden wir unser Freibad 2020 nicht mehr öffnen.

Ottrau

Die Gemeinde Ottrau bereitet sich ebenfalls auf die Schwimmbadsaison vor. Man habe auch schon Überlegungen für ein Hygienekonzept angestellt, warte aber noch ab, welche Vorgaben es geben werde, so Bürgermeister Norbert Miltz: „Unser Schwimmbad ist jährlich ein Zuschussbetrieb. Finanzielle Überlegungen für den Betrieb spielen nur eine untergeordnete Rolle.“

Gilserberg

Man stehe für den Betrieb der Freibäder Gewehr bei Fuß, erklärt Gilserbergs Bürgermeister Rainer Barth: „Wir können mit vierzehn Tagen Vorlauf öffnen und stehen mit den Ehrenamtlichen, die die Bäder betreiben im Kontakt.“

Um einen Schwimmbadtourismus zu verhindern, wünscht sich Barth unter den Schwimmbadkommunen ein abgestimmtes Vorgehen.

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