Im Alter von 86 Jahren

Ehemaliger Hephata-Direktor Karl Biskamp gestorben

Treysa. Mehr als ein Vierteljahrhundert lang hat er die Geschicke Hephatas geleitet und auch nach seiner Pensionierung ist der Name von Karl Biskamp noch eng mit Hephata verbunden.

Am 4. Januar ist der ehemalige Direktor im Alter von 86 Jahren gestorben.

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Kirchenrat Karl Biskamp selbst hatte sich diese Worte des Apostels Paulus für seine Trauerfeier ausgesucht. Sie bedeuteten für ihn, ein Leben lang mit Christus verbunden zu sein, sagte Lutz Richter, Pfarrer der Hephata-Klinik in Schwalmstadt.

Karl Biskamp wurde am 7. Februar 1928 in Lingelbach als siebtes von acht Kindern einer Pfarrerfamilie geboren. Seine erste Begegnung mit Hephata hatte er 1947 während eines Praktikums als Brüderhelfer im Haus Nazareth. Sein anschließendes Theologiestudium absolvierte Biskamp in Marburg und Heidelberg, an das sich 1951 anstelle eines Vikariats gleich eine Pfarrtätigkeit in der Marburger Stipendiatenanstalt anschloss.

Mit 25 Jahren wurde Biskamp 1953 Gemeinde- und Jugendpfarrer und zugleich jüngster Pfarrer in Kassel, bevor er 1958 der Berufung als Brüderpfarrer nach Hephata folgte. Karl Biskamp blieb der diakonischen Einrichtung 35 Jahre lang treu, bis zu seiner Pensionierung. Die ersten zehn Jahre arbeitete Karl Biskamp als Brüderpfarrer in der Diakonenausbildung Hephatas. Ab 1968 war er zugleich Brüderhausvorsteher und Leiter Hephatas. Dabei sei er offen für Veränderungen und Neuerungen gewesen, so Richter. Zudem war Biskamp unter anderem Mitglied im Verwaltungsrat des Diakonischen Werkes von Kurhessen-Waldeck und Mitglied der Diakonischen Konferenz der Evangelischen Kirche Deutschland. 1978 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Karl Biskamp

Hephata-Direktor und Vorsteher der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt, würdigte Biskamp als Menschen und Amtsträger in den verschiedenen Funktionen. Dietrich-Gibhardt sagte, als Direktor habe Karl Biskamp Hephata „mit unermüdlichem Fleiß und Weitblick im wahrsten Sinne des Wortes diakonisch geleitet“. Hephata verneige sich vor einer großen diakonischen Lebensleistung und vor dem Christenmenschen Karl Biskamp, so Dietrich-Gibhardt. Oberlandeskirchenrat Horst Rühl, Theologischer Vorstand der Diakonie Hessen, bezeichnete Biskamp als Brückenbauer zwischen Kirche und Diakonie und zugleich zwischen Evangelium und Welt. Dies sei unter anderem mit der Auszeichnung Kirchenrat durch Bischof Dr. Hans-Gernot Jung 1980 gewürdigt geworden.

Nach seiner Pensionierung habe Biskamp sich beim Arbeitskreis Toleranz und Menschenwürde in Schwalmstadt eingesetzt, so Richter. In den vergangenen zehn Jahren hätten ihm jedoch ernsthafte Erkrankungen immer mehr zu schaffen gemacht. Der runde Geburtstag seiner Ehefrau Erika, mit der Karl Biskamp 58 Jahre verheiratet gewesen ist, und das Weihnachtsfest waren die letzten Feierlichkeiten, die Biskamp im Kreise seiner Familie, zu der acht Kinder und 21 Enkelkinder gehören, erlebte. (syg)

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