Elektromobile verschaffen immer mehr Menschen einen größeren Bewegungsradius

Ein Stück Freiheit auf Rädern: E-Mobile in der Schwalm immer beliebter

Gertraud Adam, 97  aus Treysa mit ihrem elektrisch angetriebenen Seniorenmobil.
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Mobil im Alter: Gertraud Adam, 97, aus Treysa, besucht mit ihrem Seniorenmobil gern ihre Freundinnen.

In den Dörfern und Städten sind sie immer öfter zu sehen: E-Mobile schaffen neue Bewegungsfreiheit.

Schwalmstadt - Gertraud Adam ist 97 Jahre alt: ,,Ich bin so froh darüber, dieses Elektromobil zu haben. Ich wohne in einer der steilsten Straßen Treysas und könnte mich ohne mein Fahrzeug nicht mehr so einfach mit meinen Freundinnen treffen.“ Für Gertraud Adam bedeutet das Seniorenmobil pure Freiheit, weil sie zu Fuß so manchen Weg nicht gehen kann, sondern ständig auf die Hilfe anderer angewiesen wäre.

Elektromobile gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Wenn die Wahl auf eines mit 6 km/h Leistung fällt, ist kein Kennzeichen nötig und es darf auf Gehwegen in Betrieb genommen werden. Größere Baureihen, die eine Geschwindigkeit bis zu 20 km/h erreichen können, haben eine Kennzeichenpflicht, sollen im Gegenzug aber auch auf der Straße gefahren werden. Auf Radwegen dürfen sie nicht benutzt werden, außer auf den Gemeinschaftswegen von Radlern und Fußgängern. Und das alles ohne, dass ein Führerschein nötig ist.

Elektromobil: Nachfrage steigt seit Jahren

Thorsten König, Geschäftsführer des Sanitätshauses König in Treysa mit weiteren Standorten im Schwalm-Eder-Kreis, bestätigt die steigende Nachfrage. Er sieht in den Mobilen viel mehr als einen kurzlebigen Trend, ,,dafür hält sich das Thema schon viel zu lang“. Die Nachfrage nach den Mobilen steige in seinem Unternehmen seit etwa vier Jahren stetig an.

Die Zielgruppe sei dabei keineswegs allein die von alten Menschen. Es gebe viele Krankheitsbilder, die die Bewegungsfreiheit einschränken. Laut König greifen daher Menschen mit unterschiedlichsten Diagnosen wie Multipler Sklerose oder nach schweren Unfällen auf die Mobile zurück, durchaus auch Jüngere.

Bevor es mit dem E-Mobil auf Straße oder Gehweg geht, müssen neue Nutzer eine Probefahrt absolvieren, die die Tauglichkeit zum Führen des Fahrzeuges nachweist. Erforderlich ist auch eine Beurteilung des behandelnden Arztes.

Elektromobil: Krankenkasse haben Pool-Fahrzeuge

Und wer hat Anspruch auf ein solches E-Mobil, wer übernimmt die Kosten? ,,Streng genommen kann jeder, bei dem die medizinische Indikation dafür spricht, den Antrag bei der Krankenkasse stellen“, sagt König. Wird dieser genehmigt, griffen die Krankenkasse in den meisten Fällen auf einen eigenen Pool an Mobilen zurück und teilten dem Versicherten ein Fahrzeug zu.

Die Alternative ist laut des Geschäftsführers der Besuch im Fachgeschäft, wo man sich ein auf eigene Rechnung ein Modell aussuchen kann. Für viele seiner Kunden komme ein gebrauchtes Gerät nicht in Frage, da sie ein individuell zugeschnittenes Modell mit eigenem Zubehör wünschten.

Die Preisliste für Einsteigermodelle beginnt bei rund 2000 Euro. (Von Vanessa Schnücker)

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