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Eine große Turnerin und „Tuspo-Legende“: Johanna Eckstein wird 100

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Johanna und Günther Eckstein sitzen in festlicher Kleidung an einem Tisch.
 Johanna und Günther Eckstein: Das Foto entstand bei Tuspo-Jubiläumsfeier zum 125-jährigen Bestehen.  © Tuspo Ziegenhain 1886

Johanna Eckstein begleitete Generationen von Sportlern. Am 20. Dezember ist sie 100 Jahre alt geworden.

Schwalm – Mit Johanna Eckstein, die viele ältere Schwälmer nur unter ihrem Rufnamen Hannchen kennen, wurde am 20. Dezember eine Frau 100 Jahre alt, die sich nachhaltig in die regionale Sportgeschichte und in die Vereinsgeschichte des Tuspo Ziegenhain eingeschrieben hat.

„Hannchen Eckstein ist eine Tuspo-Legende“, schreibt Wolfgang Franz (Ziegenhain). Auch Konrad Selentschick (Schrecksbach) erinnert an sie und ihr Wirken.

Die Jubilarin und ihr Ehemann Günther Eckstein, 97 Jahre alt, stehen für Engagement und Begeisterung im Turnsport. Ab 1958 haben beide über Jahrzehnte Generationen von Jungen und Mädchen mit viel Erfolg betreut. 1993 zog das Ehepaar nach Bad Segeberg in die Nähe ihres ältesten Sohnes, wo sie bis heute leben.

Das Ehepaar lernte sich beim Sport kennen

Johanna Ecksteins turnerische Kindheit begann im Lehrer-Turn- und Sportverein ihrer Geburtsstadt Chemnitz, Günter Ecksteins Heimatverein war der Reichsbahn-Turn und Sportverein Oels in der Region Breslau. Kennengelernt hatten sie sich bei einem Sportereignis in Lübz in Mecklenburg-Vorpommern.

Sie errangen mehrmals die mecklenburgische Landesmeisterschaft im Olympischen Zwölfkampf beziehungsweise Achtkampf und turnten auch in der damaligen DDR-Auswahl, heißt es in der Chronik zum 125-jährigen Bestehen des Tuspo Ziegenhain.

Ecksteins unterrichteten beim Tuspo Ziegenhain

1955 verließ das Ehepaar Eckstein die DDR und habe im Tuspo Ziegenhain eine neue turnerische Heimat gefunden, „in unzähligen Turnstunden für den Verein und überschulische Leistungsgruppen haben Ecksteins ihr Können, Wissen und Erfahrung an die jungen Talente vermittelt. Ihnen allein ist es zu verdanken, dass der Tuspo Ziegenhain zur Turnerhochburg im Fulda-Eder-Gau wurde“.

Unter ihrer Leitung gab es Teilnahmen an vielen hessischen Meisterschaften und an den deutschen Turnfesten in Essen 1963, Berlin 1968, Stuttgart 1973, Hannover 1978 und Frankfurt 1983.

Konrad Selentschik weiß zu berichten, dass Günter Eckstein Leiter der Georg-August-Zinn-Schule in Röllshausen war, 1966 zog die Familie in den Ort, „beide waren begeisterte Turner und Gymnastiklehrer. Im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 1972 in München bauten beide beim Tuspo Ziegenhain ein regionales Turn- und Gymnastikzentrum auf“.

Nach der Modernisierung des Gemeindesaales in Röllshausen 1972, der so für den ganzjährigen Schul- und Vereinssport nutzbar war, gründete Johanna Eckstein die Damengymnastikabteilung im TuSpo Röllshausen. Diese Abteilung habe seitdem mit vielfältigen Aktivitäten und Vorführungen Bestand und feierte vergangenen Sommer das 50-jährige Bestehen. (Anne Quehl)

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