Die Dampflok steht still

Eisenbahnfreunde Treysa mussten Vereinsleben lahm legen

Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeiten an der alten Dampflok der Eisenbahnfreunde Treysa zwangsweise zum Stillstand gebracht.
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Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeiten an der alten Dampflok der Eisenbahnfreunde Treysa zwangsweise zum Stillstand gebracht.

Es sollte das große Projekt im Jahr 2020 werden: Die Reparatur der Dampflok mit der Nummer 528106. Doch jetzt steht auch die Vereinsarbeit aufgrund des Coronavirus still.

Es sollte das große Projekt im Jahr 2020 werden: Die Reparatur der Dampflok mit der Nummer 528106. „Damit wollten wir durchstarten“, sagt Marc Nemeti von den Eisenbahnfreunden Treysa. Doch jetzt steht auch die Vereinsarbeit aufgrund des Coronavirus still.

Die Eisenbahnfreunde Treysa gibt es seit 25 Jahren. Der Verein bietet Dampfsonderfahrten an den Rhein, die Mosel oder in den Harz an. Für kommenden April waren drei Ausfahrten geplant. Diese finden jetzt allesamt nicht statt. „Dadurch fallen uns bereits verplante Einnahmen weg“, analysiert Nemeti am Telefon.

Vereinstätigkeit auf Minimum reduziert

Wo sonst zehn ehrenamtliche Vereinsmitglieder der Eisenbahnfreunde Treysa arbeiten, ist jetzt nur noch einer vor Ort: „Einer muss ja die Stellung halten“, sagt Nemeti. Die Vereinstätigkeit sei zwar jetzt lahm gelegt, aber trotzdem müsse einer vor Ort in der Scheune sein. Beispielsweise wenn ein Zugwerk ausfallen oder das Telefon klingeln sollte.

Alle anderen Vereinsmitglieder sind laut Nemeti zu Homeoffice eingeteilt worden. „Zuhause entwickeln wir neue Ideen für Fahrten, neue Zielorte und beantworten Emails“, sagt Nemeti.

Ehrenamtliche planen neue Fahrten

Es sei schließlich nicht so, dass die Ehrenamtlichen der Eisebahnfreunde nichts tun hätten. Neue Fahrten werden geplant, Telefonate geführt, neue Angebote für die Zeit nach der Krise entwickelt.

Außerdem arbeiten die Eisenbahnfreunde derzeit an einem neuen Flyer für die Dampflok 528106. Die Reparaturkosten sind so hoch, dass Spenden erforderlich sind. Gerade jetzt, da die drei Fahrten für April ausfallen. Am 4. April sollte eine Lok nach Andernach starten, am 12. April die alljährliche Osterfahrt stattfinden und am 25. April wäre es an den Rhein gegangen.

Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft

„Die Absagen waren leider unumgänglich“, teilt Nemeti mit bedrückter Stimme im HNA-Gespräch mit. Nach der Coronakrise werde hoffentlich wieder alles besser: „Ich kann mir vorstellen, dass alle Leute dann wieder raus wollen“, sagt der Hobbyeisenbahner. Auch wenn der Verein gerade eine Durststrecke erleide, ist Marc Nemeti zuversichtlich, dass die Eisenbahnfreunde Treysa nach all dem Stillstand wieder in die richtige Spur kommen werden. 

VON CORA ZINN

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