Firmenjubiläum

Elektro Stiebeling in Treysa wird 75 Jahre alt: Los ging es mit Batterien

Erste Ausstellung von Willi Stiebeling in der Aue, jetzt Hazienda: Firmengründer Willi Stiebeling im Jahr 1948 in seinen Geschäftsräumen.
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Erste Ausstellung von Willi Stiebeling in der Aue, jetzt Hazienda: Firmengründer Willi Stiebeling im Jahr 1948 in seinen Geschäftsräumen.

Mit der Reparatur von Autobatterien begann die Firmengeschichte von Elektro Stiebeling in Treysa. Nun feiert der Familienbetrieb 75-jähriges Bestehen.

Treysa – Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete Willi Stiebeling seinen Betrieb und spezialisierte sich tatsächlich zunächst auf die Instandsetzung von Autobatterien, damit der Landrat, die Ärzte und nach und nach alle anderen, die ein Auto besaßen, wieder fahren konnten. Auch die amerikanischen Besatzer ließen ihre Batterien von ihm reparieren. Bei der ersten großen Elektroausstellung in der Aue 1948 gab es jedoch neben Autobatterien auch viele andere Elektroartikel wie Nachttischlampen und Elektroherde. Willi Stiebeling arbeitete anfangs hauptsächlich im Bereich der Hauselektroinstallationen, doch nach und nach kamen auch Aufträge von der Stadt Schwalmstadt und den entstehenden Industriebetrieben dazu.

Er erarbeitete komplizierte Industrie-Steuerungen, zum Beispiel für die Werkzeugfabrik Will in Stadtallendorf und die Farbwerke Höchst in Treysa. Die neue Wasserversorgung in Treysa, das damals neue Rückhaltebecken und die neue Kläranlage waren große Aufträge. 1960 zog die Firma in die Strauchgasse 12. 1965 kam der heutige Inhaber Gerold Stiebeling als frisch gebackener Geselle in die elterliche Firma, nachdem er seine Lehrzeit bei der Firma Zimmermann und Söhne in Neukirchen absolviert hatte. 1971 besuchte Stiebeling die Meisterschule für das Elektrohandwerk in Oldenburg. Als Meister arbeitete er bei der Firma AEG Kraftwerksbau in Frankfurt, wo er die Elektroplanung und Bauleitung in einem Kraftwerk an der Elbe und einem anderen in Südfrankreich innehatte.

1974 übernahm Stiebeling den väterlichen Betrieb in Treysa. Er mietete bereits ein Jahr später zusätzliche Geschäftsräume in der Mainzer Gasse. Dort verkaufte er Waschmaschinen, Fernseher, Schallplatten und Musikinstrumente. Auch die Elektrowerkstatt und das Lager waren dort untergebracht. 1982 drückte Gerold Stiebeling noch einmal die Schulbank und studierte „Erneuerbare Energien, Energietechnik“ an der Fachhochschule Kassel. In den 1980-er Jahren bekam die Firma Aufträge von der Deutschen Bundespost. Es ging los mit einem Fernsehübertragungsturm in der Igelsheide. Bei den hohen Türmen in Kassel musste Stiebeling in 180 Metern Höhe „Flughindernisbefeuerungen“ installieren.

Bis in die 2000-er Jahre hatte die Firma viele Großprojekte wie den Kulturbahnhof in Kassel und Studentenwohnheime in Marburg mit bis zu 120 Appartements. Während seiner beruflichen Laufbahn hat sich Gerold Stiebeling kontinuierlich für seine Innung eingesetzt, allein 33 Jahre lang war er Prüfer im Meisterprüfungsausschuss Elektro. Außerdem engagierte sich Stiebeling bis 2018 als ehrenamtlicher Richter bei dem Sozialgericht in Marburg, dafür erhielt der den Ehrenbrief des Landes Hessen. Seit 2013 ist die Firma wieder in der Strauchgasse 12 zu finden. Dort gibt es auch DVDs, CDs und Schallplatten.

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