Energiepflanze der Zukunft

Michelsberg: Erntetechnik hat zunächst Probleme mit Silphie

Widerspenstig: Häckslerfahrer Christian Nagelski brauchte Nerven wie Drahtseil und Kollegen, die ihm immer wieder zur Seite sprangen, um das Maisschneidwerk von verknoteten Silphiestängeln zu befreien.
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Widerspenstig: Häckslerfahrer Christian Nagelski brauchte Nerven wie Drahtseil und Kollegen, die ihm immer wieder zur Seite sprangen, um das Maisschneidwerk von verknoteten Silphiestängeln zu befreien.

Mit großer Erntemannschaft und schwerem Gerät rückte das Lohnunternehmen Schenk am Sonntagmorgen zur ersten Silphie-Ernte nach Michelsberg aus. Doch kaum waren die ersten Meter Silphie gehäckselt, stockte es.

Michelsberg. Hans Werner Busch hatte das die nordamerikanische Pflanze auf seinen Feldern angebaut, HNA berichtete. Die inzwischen verblühte Silphie zeigte sich äußerst widerspenstig und verstopfte permanent das Schneidwerk des Häckslers.

Häckslerfahrer Christian Nagelski brauchte Nerven wie Drahtseil und Kollegen, die ihm immer wieder zur Seite sprangen, um das Maisschneidwerk von verknoteten Silphiestängeln zu befreien. Dort, wo die Silphie nicht ganz so hoch gewachsen war, lief es zwar etwas besser, doch auch hier kam die Mannschaft nicht wirklich voran. „Vielleicht ist es noch zu nass oder der Winkel stimmt nicht“, mutmaßten die Fahrer der fünf großen Ladewagen, denen nichts anderes übrig blieb, als geduldig am Feldrand zu warten. Am Ende aber blieb der Erntemannschaft tatsächlich nichts anderes übrig, als den Ernteversuch einzustellen. „Wir haben abgebrochen, um es am nächsten Tag mit einem anderen Schneidwerk zu probieren“, erklärte der Ernteleiter und stellvertretende Betriebsleiter der Schwälmer Biogasanlage Florian Schwalm. Am Montag dann der neue Versuch mit einem Direktschneidwerk wie es zum Häckseln von Ganzpflanzensilage verwandt wird.

Mit einem Häcksler wurde die Silphie in Michelsberg geernetet.

Silphie wird in Silo gelagert

Der neue Versuch glückte und so konnte die Erntetruppe 43 Tonnen pro Hektar ernten. „Ein Ergebnis, mit dem wir so gar nicht gerechnet hätten“, freute sich Schwalm, der in diesem Jahr im Vergleich dazu mit einem Maisertrag von 50 Tonnen pro Hektar ausgeht. „Der Trockenmassegehalt unterscheidet sich, doch wir werden jetzt Beprobungen durchführen, um zu sehen, wie sich die Silphie im Silierverfahren verhält“, so Schwalm.

So wurde in Ransbach ein eigenes kleines Siliphie-Silo angelegt, um beispielsweise die Gasausbeute zu analysieren. Der größte Teil des Erntegutes wird jedoch in die üblichen Maissilos eingelagert werden. Insgesamt wurden mit dem ersten Ernteversuch 8,5 Hektar in Michelsberg gehäckselt. Im kommenden Jahr stünden dann 14 Hektar an. „Bei den Junganlagen lohnte sich ein Häckseln noch nicht. Diese Felder kommen erst nächstes Jahr dran“, erklärte der Ernteleiter. „Man muss eben einfach erst Erfahrungen mit solch einer neuen Energiepflanze sammeln“, zog auch Landwirt Hans-Werner Busch Bilanz, der die Ernte vom Feldrand aus beobachtete. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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