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Tödliche Schüsse in Treysaer Aldi-Markt – Es bleiben Fragen offen

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Von: Matthias Haaß

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Am 7. Juni hat ein 58-Jähriger im Aldi-Markt in Treysa seine Ex-Freundin mit mehreren Schüssen getötet. Nun sind die Ermittlungen beendet.

Schwalmstadt – Nach einem halben Jahr sind die Ermittlungsakten im Fall der tödlichen Schüsse im Aldi-Markt in Treysa (Schwalmstadt) geschlossen. Das teilte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Marburg, Timo Ide, auf Anfrage unserer Zeitung jetzt mit. Es wurde gegen niemanden Anklage – zum Beispiel wegen Beihilfe – erhoben.

Rückblick: Vor sechs Monaten, am 7. Juni, hatte ein 58-jähriger Mann aus Wallenhorst im Osnabrücker Land seine 53-jährige Ex-Freundin, eine Schwalmstädterin, mit mehreren Schüssen im Aldi-Markt getötet. Anschließend nahm er sich mit einem Kopfschuss das Leben. Experten sprachen schon unmittelbar nach der Tat von einem Femizid.

Tödliche Schüsse in Schwalmstadt: Unklar ist, wie der Täter an die Waffe kam

Die Frage, wie der Mann an die Waffe gekommen war, bleibe auch nach Abschluss der Ermittlungen offen, sagte Timo Ide: „Wir wissen es immer noch nicht.“ Aktiv werde in der Sache jetzt aber nicht mehr ermittelt, es sei denn, Kommissar Zufall bringe neue Ansatzpunkte, so Ide.

Tatortabsperrung in Treysa (Schwalmstadt) am Aldi-Markt. Dort erschoss am Dienstag (7. Juni) ein Mann eine Frau und tötete sich anschließend selbst.
Dieses Foto aus dem Juni 2022 zeigt die Tatortabsperrung am Aldi-Markt in Treysa (Schwalmstadt). Dort erschoss am Dienstag (7. Juni) ein Mann eine Frau und tötete sich anschließend selbst. © Anne Quehl

Es ist bekannt, dass die Waffe 2007 verschwand, HNA berichtete. Bis dahin gehörte sie einem Mann aus Niedersachsen, der verstarb. Die Erben konnten gegenüber den Ermittlern zum Verbleib der Pistole keine Angaben machen. Bislang ist der Staatsanwaltschaft und der Polizei nicht bekannt, ob die Tatwaffe bei anderen Verbrechen eingesetzt wurde.

Auf welchen Wegen und zu welchem Zeitpunkt die Pistole in den Besitz des Wallenhorsters gelangt sein könnte, lässt sich mit Stand heute also nicht aufklären. „Das lässt sich über die Jahre für uns nicht mehr nachvollziehen“, erklärt Staatsanwalt Ide.

Tödlische Schüsse in Schwalmstadt: Ermittlungen teils ohne Ergebnis

Offen bleibt auch die Frage, wann der Mann und die Frau am Tattag erstmals aufeinandertrafen und ob der Schütze der 53-Jährigen direkt nach ihrem Besuch der Polizeistation in Ziegenhain aufgelauert hatte. Dazu hätten die Ermittlungen trotz Standortauswertung keine Ergebnisse erbracht, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft.

Man könne nur sagen, dass Opfer und Täter am Parkplatz des Aldi-Markts aufeinandertrafen, erklärte der Pressesprecher im HNA-Gespräch. In dieser Bedrohungssituation sei sich die Frau der Gefahr bewusst geworden, so der Staatsanwalt weiter: „Ob es davor der Fall war, wissen wir nicht.“

Sicher ist auch, dass die 53-jährige Schwalmstädterin selber zu keinem Zeitpunkt einen Notruf abgesetzt hat. Notrufe seien erst im Zusammenhang mit der eigentlichen Tat bei der Polizei eingegangen, sagt Timo Ide. (Matthias Haaß)

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