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Ersten Kranich-Schwärme fliegen über die Schwalm Richtung Norden

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Von: Lea Beckmann

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Vier Kraniche fliegen am Himmel.
Haben im Süden von Europa überwintert: Die ersten Kraniche sind bereits auf den Weg in den Norden und überfliegen die Schwalm. (Symbolbild) © Christoph Soeder/dpa

Sie kommen so langsam wieder und damit bringen sie auch ein erstes Zeichen für den Frühling – die Kraniche.

Schwalm – Seit einigen Tagen ziehen die Vögel aus Spanien, wo sie überwintern, mit ihren charakteristischen Rufen über die Schwalm-Region zu ihren nordischen Brutgebieten.

Der Vogelexperte Heinz Stübing aus Ziegenhain hat die ersten Kranichzüge in der letzten Januarwoche beobachtet. „Das ist eine ganz normale Zeit für die Vögel“, sagt er. Die ersten werden schließlich auch die besten Brutreviere finden: „Nach dem Motto, wer zuerst kommt, malt zuerst“, sagt Stübing.

Doch bei den Kranichen, die schon ganz früh in diesem Jahr losgeflogen sind, handelt es sich um die, die ohne Jungvögel fliegen. „Die Schwärme mit ihren Jungen kommen jetzt so langsam wieder in den Norden“, sagt Stübing.

Das sei das Besondere an den Kranichen: „Sie fliegen im Gegensatz zu den Störchen gemeinsam mit den Jungvögeln nach der Brutzeit in den Süden und kommen auch gemeinsam wieder in den Norden“ erklärt der Vogelexperte.

So lernen die Jungvögel die Flugroute kennen. Durch die charakteristischen Rufe der Kraniche kommunizieren die Altvögel mit den Jungen, um in Verbindung zu bleiben. „Das zeigt einen Zusammenhalt.“

Kraniche rasten in Teilen der Schwalm-Region

Die Schwalm-Region gehört zur Kranichhauptroute. Stübing macht aber darauf aufmerksam, dass hier nur graue Kraniche zu sehen sind. „Es gibt ungefähr 30 Kranicharten.“ Es kommt vor, dass die Vögel hier in der Region rasten. „In der Feldlage bei Leimbach und Willingshausen haben ich schon Kraniche beobachten können, aber da waren sie nur eine Nacht“, sagt Stübing. Doch in den Schwalmauen zwischen Ziegenhain und Steina hat der Vogelexperte die Kraniche auch mal mehrere Tage gesehen. Die Vögel rasten, um sich von dem anstrengenden Flug zu erholen und Nahrung aufzunehmen.

Der Nabu Hessen weist daraufhin, dass Vogelbeobachter an den Rastplätzen einen Mindestabstand von 300 Metern zu den Kranichen einhalten sollen, um die erschöpften Tiere nicht unnötig zu beunruhigen.

Der Zug der Kraniche.
Der Zug der Kraniche. © HNA Grafik

Einzelne Schwärme ziehen letztendlich nach Skandinavien oder über das Baltikum bis nach Russland, andere bleiben in Ostdeutschland. Laut Nabu Hessen zählen manche Zugketten über 1500 Vögel.

Durch die klimatischen Veränderungen haben sich die Bedingungen für die Tiere verändert, weswegen die Kraniche im Winter auch manchmal in Deutschland bleiben. „Im Dezember vergangenen Jahres waren Kraniche noch in der Wetterau zu sehen“, sagt Stübing. Doch meist fliegen sie noch in den Süden, aber nicht weil der Winter für sie zu kalt ist. „Die Kraniche sind so groß, die frieren nicht, aber sie nutzen Flachwassergewässer als Rückzugsorte, die im Winter schnell zufrieren können“, erklärt der Experte. Und in manchen Teilen von Deutschland liegt viel Schnee, dort ist die Nahrung für die Kraniche dann nicht mehr verfügbar.

Bis Ende Februar sollen die Kranichflüge noch andauern, meint Stübing. Kranich-Beobachtungen kann man dem Nabu melden. hessen.nabu.de (Lea Beckmann)

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