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„Es wird nie normal sein“ - DRK Schwalm-Eder gibt Tipps zur Ersten Hilfe in Zeiten der Pandemie

Schnelles Handeln im Notfall: Erste Hilfe kann auch in Zeiten der Pandemie Leben retten Archiv
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Schnelles Handeln im Notfall: Erste Hilfe kann auch in Zeiten der Pandemie Leben retten Archiv

Mund-zu-Mund-Beatmung während Corona  und Mindestabstand bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung? Trotz Corona muss sich niemand Sorgen machen, wenn er Erste Hilfe leistet.

Schwalmstadt – Die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes Schwalm-Eder erklären im Erste-Hilfe-Kurs, wie man anderen Menschen auch während der Pandemie helfen kann.

Das Problem: Viele Erste-Hilfe-Kurse sind ausgebucht. Den nächsten freien Platz beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Kreisverband Schwalm-Eder gibt erst Ende November. Eine lange Zeit, vor allem wenn ein Nachweis benötigt wird. Das liegt daran, dass in Pandemiezeiten maximal 15 Teilnehmer mitmachen dürfen und das nur in den passenden Räumen.

„Es gibt immer ein Angstgefühl“

Doch viele haben auch vor der Pandemie keine regelmäßigen Erste-Hilfe-Kurse besucht. Manfred Lau, Kreisgeschäftsführer des DRK, würde sich eine gesetzliche Verpflichtung für Auffrischungskurse wünschen. „Umso länger ein Erste-Hilfe-Kurs her ist, desto unsicherer wird man“, sagt er, „Wiederholungsprüfungen wären sinnvoll“.

Das Erste-Hilfe-Team: Ivonne Jablonski, Sabine Köhler-Keim und Manfred Lau.

Denn gerade in der Pandemie sind viele noch unsicherer und haben Angst zu helfen. Doch Lau und seine Kollegin Sabine Köhler-Keim, Sachbearbeiterin für die Breitenausbildung, können beruhigen: „Erste Hilfe fängt mit dem Wählen des Notrufes an“, betont Lau. Denn „ohne das Absetzen eines Notrufes, kann keiner kommen, der hilft“, sagt auch Köhler-Keim.

Dennoch sollte jeder für den Fall der Fälle sowohl eine Maske für sich selbst, als auch eine Maske für den Verletzten dabei haben – wenigstens ein Tuch sollte man als kleinen Schutz über den Mund des Verunfallten legen, empfiehlt Köhler-Keim. Erste Hilfe zu leisten ist immer eine Herausforderung. „Es wird nie normal sein. Es gibt immer ein Angstgefühl“, sagt Köhler-Keim. Doch die Angst kann nur durch Übung, in Form eines Erste-Hilfe-Kurses, genommen werden.

AHA-Regeln bei Erster Hilfe?

Besonders schwierig sich an die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske) der Corona-Pandemie zu halten, ist es bei der Herz-Lungen-Massage. Doch es gibt Tipps, wie Erste Hilfe trotz Corona-Virus mit verringertem Ansteckungsrisiko geleistet werden kann.

Die Atemkontrolle kann über das Auflegen der Hand auf den Brustkorb gemacht werden – so ist genügend Abstand zwischen Helfer und Verletztem. „Wenn ich nicht beatmen kann oder möchte, dann kann ich wenigstens die Herzdruckmassage machen“, sagt Köhler-Keim. Ziel ist es, den Sauerstoff in den Blutkreislauf und somit ins Gehirn zu bringen.

Allerdings muss die Wiederbelebung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchgehalten werden. „Das kann bei zehn Minuten schon sehr anstrengend werden“, sagt Köhler-Keim. Das sei allerdings kein Problem, da der Helfer unter Adrenalin stehe.

In 10 Minuten Leben retten

Zehn Minuten ist die Richtzeit, in der ein Rettungsdienst nach der Alarmierung am Unfallort eingetroffen sein sollte. Für die betroffenen Personen kann sich das wie eine Ewigkeit anfühlen. Im besten Fall rettet man einer Person mit der Herz-Lungen-Massage aber sein Leben.

Das Fazit von Manfred Lau ist eindeutig: Helfen ist wichtig und das selbst dann, wenn man „nur“ den Notruf wählt. „Lieber zehnmal zu viel den Notarzt rufen, als einmal zu wenig“, sagt er. (Kira Müller)

Kontakt

Tel 0 66 91/94 63 38 oder bildung@drk-schwalm-eder.de

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