Konzert in der Hephata-Kirche: Ein Duo der Extraklasse in Treysa

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Eröffneten die Reihe in der Hephata-Kirche: Pianist Hellmuth Vivell (links) und Bassist Thomas Wiegand begeisterten am Samstagabend das Publikum in Treysa.

Treysa. Hellmuth Vivell und Thomas Wiegand haben in der Hephata-Kirche Schuberts Winterreise interpretiert.

Wohltuende Klänge waren am Samstagabend in der Hephata-Kirche von dem Bassisten Thomas Wiegand und dem Pianisten Hellmuth Vivell zu hören. Sie eröffneten die Reihe Musik zum Wochenschluss mit Franz Schuberts Winterreise. Das Werk zählt zu Schuberts bekanntesten Werken, er schrieb es im Herbst 1827 - ein Jahr vor seinem Tod. Der Liederzyklus gilt als Klassiker der Romantik.

Ganz so einsam wie der Mann in Schuberts Winterreise waren die beiden Musiker bei ihrer kleinen Konzertreise in der Kirche jedoch nicht: Die Schar der Zuhörer, die gespannt den dramatischen Melodien lauschten, war groß.

Pfarrer Lutz Richter führte in den Konzertabend ein und freute sich sichtlich auf das Duo. Bassist Thomas Wiegand, der auch Mitglied des Rotenburger Kammerorchesters ist, sorgte mit seiner festen, aber auch gleichzeitig gefühlvollen Stimme für Gänsehaut. Die eindringlichen Worte des Gesangs spiegelten den Schmerz des einsamen Mannes aus Schuberts Winterreise beeindruckend wider.

Überzeugend ließ auch Pianist Hellmuth Vivell, der an der Universität Kassel lehrt, seine Finger über das Klavier gleiten und unterstrich in seiner Darbietung einmal mehr die eisige Kälte und Düsternis des Werkes. Es entstand ein lebhafter Dialog zwischen Molltönen auf dem Klavier und dem lauten Trauergesang.

Duo der Extraklasse 

Die musikalische Extraklasse ihres Könnens stellten die Künstler eindrucksvoll unter Beweis. Es gelang sowohl das Gefühl der Einsamkeit wie auch das der Hoffnungslosigkeit zu transportieren. Und auch so mancher Zuhörer gab sich den Klängen vollkommen hin, schloss die Augen und ging vor dem inneren Auge auf Reisen.

Der Zyklus wurde von nahezu allen bedeutenden Liedsängern, aber auch von Sängerinnen interpretiert. Das Werk gilt neben dem Zyklus „Die schöne Müllerin“ als Höhepunkt der Gattung Liederzyklus und des Kunstliedes - sowohl technisch als auch interpretatorisch gilt es als große Herausforderung für Sänger und Pianisten. Über 50 verschiedene Einspielungen existieren auf Schallplatte und CD.

Mit der Frage „Willst zu meinen Liedern deine Leier dreh’n?“ schloss sich Schuberts Liederzyklus in der Hephata-Kirche, den das Publikum mit begeistertem Applaus für Vivell und Wiegand honorierte.

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