Der Käse mit dem Schnatz

Diese Familie aus Dittershausen stellt ihren eigenen Käse her

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Das Produkt in der Hand: Katharina und Heinrich Heinmöller aus Dittershausen präsentieren ihren „Käse mit dem Schnatz“. 

Schwalmstadt. Schwalmstadt-Dittershausen hat einen eigenen Käse. Die Milch stammt vom Hof der Familie Heinmöller, und sie wird auch gleich direkt auf dem Hof verarbeitet.

Da liegen sie nun und reifen, auf blank gescheuerten Brettern. Alle in den letzten drei Monaten entstanden. Jeder Laib zwischen fünf und sechs Kilogramm schwer, sonnengelb, zum Anbeißen.

Seit drei Wochen hat Dittershausen, der kleine Ortsteil von Schwalmstadt, einen eigenen Käse. Echten Dittershäuser Käse, denn die Milch stammt ausschließlich vom Hof der Familie Heinmöller, und sie wird auch gleich direkt auf dem Hof verarbeitet. Allerdings von einer mobilen Käserei aus dem Allgäu. „Alle sechs Wochen kommt die vorbei“, sagt Heinrich Heinmöller, Landwirt und jetzt auch Käser.

Die Idee seinen eigenen Käse herzustellen hatte er 2012. Damals war er für acht Wochen in der Schweiz. Pause. Abschalten vom Alltag. Im Simmental, westlich von Bern. Zu dritt waren sie auf der Hütte. „Dort hab ich gelernt, wie Käse hergestellt wird“, sagt Heinmöller.

Warum es so lange gedauert hat, den eigenen Käse auch in der Heimat herzustellen? Spaß und Elan hatte er. „Aber eine eigene Käserei wäre viel zu aufwendig.“ Er recherchierte und bekam schließlich den Hinweis auf die mobile Käserei „Einhellig“ aus dem Allgäu.

Ditthäuser Käse gibt es in fünf Sorten

Eigene Käseherstellung: Heinrich Heinmöller stellt den "Käse mit dem Schnatz" her.

60 Kühe hat Familie Heinmöller. 1800 Liter Milch verarbeiten sie zu 300 Kilogramm Käse. Alle sechs Wochen. Das Kilogramm Käse verkauft Heinmöller für knapp 20 Euro. Natürlich kostet auch der Käser, aber verdienen können sie trotzdem daran. Fünf Sorten Schnittkäse gibt es momentan: Natur, mit Bockshornklee, mit italienischen Kräutern, mit Chili und mit Schnittlauch und Zwiebel. Der Trend zu regionalen Produkten kommt ihm beim Verkauf entgegen.

Eine Stunde am Tag kümmert sich Heinmöller um seinen Käse. Manchmal auch länger. Oder sein Frau Heike. Katharina, seine Tochter, packt auch mit an. „Es gibt immer was zu tun“, sagt die 28-Jährige. Im Lagerraum ist es warm, es riecht nach saurer Milch und die Gummistiefel quietschen auf dem gefliesten Fußboden.

Hygiene bei der Käseherstellung ist eine Grundvoraussetzung. Deswegen typische Molkerei-Kleidung: Häubchen, Overall, Hose und Gummischuhe. Kleine Verunreinigungen mit Bakterien können eine ganz Charge zunichtemachen. Es herrscht hohe Luftfeuchte, dazu ist es kühl. „Der Käse reift am besten bei 14 Grad Celsius und einer Luftfeuchte von 90 Prozent“, sagt Heinmöller. Die Hartkäse müssen natürlich etwas länger liegen, der Schnittkäse ist eher fertig.

"Der Käse mit dem Schnatz"

Heinmöller, der sich auch einen pfiffigen Namen für sein Produkt ausgedacht hat, kümmert sich um das Nachreifen, die Lagerung, die Verpackung und die Vermarktung des Käses. Seit drei Wochen gibt es ihn im Rewemarkt in Treysa. „Der Käse mit dem Schnatz“, so heißt er. Natürlich gibt’s ihn auch an der Haustür von Familie Heinmöller.

Warum die zusätzliche Arbeit? „Weil wir Spaß daran haben und natürlich Elan. Wir bieten ein regionales und natürliches Produkt an – das gibt ein gutes Gefühl“, sagt Heinmöller. Die ersten 300 Kilo sind längst verkauft. Der Kunde kauft ein Stück Käse, würzig im Geschmack und mit einer milden Schärfe im Abgang. Die Portion Lebensgefühl, die er auch mitnimmt, sie ist im Preis enthalten.

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