Kommentar: Betreuungskosten sorgen für Empörung

Schwalmstadt. Für hohe Wellen und Diskussionen sorgt in Schwalmstadt der Plan, das Gebührensystem für die Kindertagesstätten vollständig umzukrempeln. Ein Kommentar von Anne Quehl.

Abgerechnet werden soll nach Lebensalter und Anzahl der Betreuungsstunden. Am teuersten wäre mit 1,60 Euro pro Stunde der Besuch einer Einrichtung für Kinder ab 13 Monaten. Einige Familien müssen mit der Verdoppelung ihrer Gebühren rechnen. Die Mehreinnahmen pro Jahr sollen sich auf 318.000 Euro belaufen.

Vielen jungen Eltern in Schwalmstadt verschlägt es bei dieser Nachricht den Atem: Der Besuch ihrer Kinder in einer städtischen Betreuungseinrichtung könnte sie bald erheblich mehr kosten, bis aufs Doppelte könnten die monatlichen Gebühren anwachsen. Gerade wer mehr als ein Vorschulkind hat, soll deutlich mehr zahlen.

Da ist es kein Trost zu erfahren, dass das Geld der Mütter und Väter bisher nicht einmal ein Fünftel der tatsächlichen Betreuungskosten deckt. Und was wäre wirklich gewonnen, wenn es künftig 30 Prozent wären, einzelne Familien aber finanziell aber an den Rand geraten?

Nein, eine solche, noch dazu kurzfristige Änderung ist unvertretbar: Kinder aufzuziehen ist eine ohnedies schon sehr teure und fordernde Aufgabe, die Stadt würde sich selber schaden, indem sie erneut weniger attraktiv wird für junge Familien.

Mail an die Autorin: aqu@hna.de

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