Röllshäuser suchen Spenden für Kirchen-Kleinod

Fenster wird restauriert

Kirche Röllshausen: Heie Demel (Kirchenvorstand), Ursula Knierim (Kirchenvorstand/Bauausschuss) , Pfarrer Thomas Lux und Erwin Roth (Kirchenvorstand Vorsitzender) stehen vor dem Altar und dem Kirchenfenster.
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Wollen das Kirchenfenster erhalten: von links, Heie Demel (Kirchenvorstand), Ursula Knierim (Kirchenvorstand/Bauausschuss) , Pfarrer Thomas Lux und Erwin Roth (Kirchenvorstand Vorsitzender).

Röllshausen – Für rund 18.000 Euro möchte die Kirchengemeinde Röllshausen ein Kirchenfenster restaurieren lassen. Das Chorfenster hat Sprünge und Risse.

Röllshausen - Bunt und prachtvoll schmückt ein großes Buntglasfenster den Chor der Dorfkirche. Das 4,20 Meter hohe Buntglasfenster, das etwa zur gleichen Zeit wie die Orgel, 1896/1897, in die 1722-1724 errichtete Kirche eingebaut wurde, zeigt die Kreuzigung Christi mit Maria und Johannes zur Rechten und Linken des Gekreuzigten. Unterhalb der Kreuzigungsszene ist zudem das Lamm Gottes mit Siegesfahne als Zeichen der Überwindung des Todes, dargestellt.

Volkskrirche für Bauern und Handwerker

„Unsere Kirche ist eine Volkskirche. Hier müssen die Bauern und Handwerker des Ortes reich gespendet haben, um solch ein Schmuckstück anzuschaffen“, meint Kirchenvorstandsvorsitzender Erwin Roth. Die Gemeinde trägt sich schon seit vielen Jahren mit dem Gedanken der Restaurierung. „Es wurde immer wieder aufgeschoben“, weiß auch Pfarrer Thomas Lux, der nun aber davon ausgeht, dass das Fenster bis Neujahr restauriert ist.

Die Gemeinde vertraut das Schmuckstück der Wiesbadener Diplom-Restauratorin Ulrike Kunert an, die bei ihren Voruntersuchungen sich ein Bild der Mängel und Schwachpunkte des Fensters machen konnte. Zum einen zeigt das Chorfenster Sprünge und Risse auf und zum anderen gibt es Stellen älterer Restaurationsmaßnahmen, die nicht ganz fachgerecht und passend ausgeführt wurden.

Schutz vor Vandalismus

Das Fenster verfügt über keinerlei Schutz gegen Vandalismus und Erwin Roth selbst kann von einer Situation berichten, wo ein Turnschuh während eines Gottesdienstes gegen das Fenster geworfen wurde. „Zum Glück ging damals nichts zu Bruch“, so Roth. In den 60er Jahren war das Fenster bereits in seinem Bestand bedroht, wollte der damalige Pfarrer doch das Fenster gänzlich entfernen lassen. Der Pfarrer argumentierte, dass das bunte, prachtvolle Fenster die Gemeindemitglieder vom Predigtinhalt ablenke. Mit nur einer Stimme wurde die Idee des Pfarrers im Kirchenvorstand überstimmt, sodass das Fenster bleiben konnte.

„Im vergangenen Jahr beleuchtete die Feuerwehr am dritten Advent das Kirchenfenster. Die sich bunt an der Kirchendecke spiegelnden Fensterscheiben waren einfach nur beeindruckend“, so Pfarrer Lux.

Die Kirche an sich ist, bis auf das Fenster, eher schlicht gestaltet. „Das war nicht immer so. Die Kirche war auch schon einmal in barocker Anlehnung in einem Blauton ausgemalt. 14 Bilder zeigten den Leidensweg Christi“, wusste Erwin Roth. Das Fenster war einst von der Marburger Glasmalerei K.J. Schultz Söhne a.L. gefertigt worden. Wer heute allerdings genau auf die Signatur schaut, erkennt, dass „n.L.“ auf dem Glas zu lesen ist.

Restaurator hat sich verschrieben

„Hier hat sich ein einstiger Restaurator, der auch nicht den Schriftzug der alten Malerei getroffen hat, schlichtweg verschrieben“, so Pfarrer Lux. Das kostbare Fenster, das in der Singliser Kirche in Borken ein fast identisches Pendant hat, soll nun ein äußeres Schutzglasfenster erhalten.

Die Restauratorin möchte unter anderem am ausgebauten Fenster in ihrer Werkstatt konstruktive Mängel an Blei und Kitt beseitigen, neue Haltekonstruktionen im Mauerwerk anbringen, Quereisen und Deckschienen vor weiterer Korrosion schützen, defekte und unpassende Glasstücke durch farblich und strukturell passendes Glas ersetzen, Sprünge kleben und das gesamte Fenster reinigen.

Spendenkonto für Kirchenfenster

Die Gesamtmaßnahme wird rund 18.000 Euro kosten. „Bei einer früheren Sammelaktion wurden bereits 3.000 Euro gespendet, auch die Banken und Sparkassen haben ihre Unterstützung zugesagt und selbst die örtliche Handwerkerschaft habe eine Kostenbeteiligung in Aussicht gestellt“, freut sich Pfarrer Lux. Dennoch müssen weitere fünf Prozent durch Spenden aufgebracht werden. 35 Prozent der Summe müssten dann noch aus Topf der Baulastzinsen entnommen werden. Die Gemeinde hat ein Spendenkonto bei der VR Bank Hessenland eG, IBAN: DE52 5309 3200 0002 2171 04, BiC: GENODE51ALS für das Stichwort Sanierung Chorfenster -Kirche Röllshausen angelegt. (zrd)

Von Regina Zeigler-Dörhöfer

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