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Finanzsituation Schwalmstadts für 2022 besser als erwartet

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Im Vordergrund ist die Laufbahn des Schwalmstadions. Im Hintergrund befindet sich das Funktionsgebäude.
Das Funktionsgebäude im Schwalmstadion, hinten im Bild, soll durch einen 2,2-Millionen-Euro-Neubau ersetzt werden. Die Tribüne muss dafür um 40 Meter verkleinert werden. © Sandra Rose

Der im November scheidende Bürgermeister Stefan Pinhard hat seinen letzten Nachtragshaushalt vorgelegt.

Schwalmstadt – Pinhard hatte dabei sehr gute Nachrichten zu verkünden, die Einnahmen an Gewerbesteuern haben sich sehr positiv entwickelt. 9 Millionen Euro kommen voraussichtlich in die Stadtkasse, das sind 2,8 Millioen Euro mehr als bisher geplant.

Über Erwarten gut läuft es auch bei den Anteilen der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer. Rund 3,3 Millionen Euro soll am Jahresende der Überschuss betragen, „ein überaus erfreuliches Ergebnis“.

gestiegene Ausgaben

Laut des Bürgermeisters gibt es aber auch besondere, angewachsene Belastungen, zum Beispiel Erhöhungen bei den Heizkosten. Die Sanierung des Daches der Kita Zwergenschatz am Schenkeborn in Treysa kostet 85 000 Euro mehr. Der laufende Umbau des Europabades gestalte sich schwierig und werde 150 000 Euro teurer, führte Pinhard aus.

Auch für Straßenbauprojekte steigen die Kosten augenblicklich stark an. Das Stadtparlament stimmt in der nächsten Sitzung am 10. November über den Entwurf ab.

Portrait von Bürgermeister Stefan Pinhard
Stefan Pinhard, Bürgermeister © Sven Riebeling

Geld fürs Marketing

In der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten ging es wieder einmal um das Budget für Stadtmarketing-Aufgaben. Auf Geldern in Höhe von 65 000 Euro lag ein Sperrvermerk, es durfte also ohne das Okay des Parlaments nichts davon ausgegeben werden. Die Mehrheit der Stadtverordneten stimmte gegen eine komplette Mittelfreigabe, ein Kompromiss aus der vorausgegangenen Haupt- und Finanzausschusssitzung wurde jedoch angenommen.

Statt des vollen Betrages stehen damit nun lediglich 25 000 Euro bereit. Benötigt wird Geld zum Beispiel für Rahmenprogramme und Sicherheitsmaßnahmen bei verkaufsoffenen Sonntagen wie dem Rotkäppchensonntag am 6. November.

Mit der Deckelung des Geldes setzte sich das Fraktionenlager durch, das von der Abteilung WTS (Wirtschaft und Tourismus Schwalmstadt) mehr Initiative abseits von Events, sondern für zum Beispiel Neuansiedlungen in der Stadt einfordert, wie Dr. Constantin Schmitt (FDP) ausführte.

Sebastian Vogt von der SPD-Fraktion hatte zuvor ohne Erfolg dafür plädiert, das ganze Budget freizugeben und sich „nicht in Klein-Klein zu verlieren“.

Pläne fürs Stadion

Das 1967 gebaute Funktionsgebäude im Schwalmstadion müsste umfänglich saniert werden (HNA berichtete). Die Mängel gelten als massiv, von der Heizungsanlage bis zu den Umkleiden. Über den Sommer gab es Gespräche und Sitzungen mit dem Ergebnis, dass eine Modernisierung den Rückbau bis auf den Rohbau erfordern würde, aber auch dann nicht genügend Platz wäre für das notwendige Raumprogramm wäre.

Deshalb wird nunmehr ein Neubau angestrebt, eingeschossig und barrierefrei. Gefördert werden soll das Vorhaben im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Zu rechnen ist mit Kosten in Höhe von über 2,2 Millionen Euro.

Doch bis zum Bau wird noch viel Zeit vergehen: Vor 2025 erscheint dies nicht realistisch. Ob Schwalmstadt in der Projektauswahl überhaupt erfolgreich sein wird, entscheidet sich aber bereits kommenden Monat.

Ohnehin muss die Stadt für 55 Prozent der Neu- und Rückbaukosten von Teilen der Tribüne selbst aufkommen, was über die Haushalte der Jahre 2024 bis 2027 gespreizt werden soll. (Anne Quehl)

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