Firma Horn und Bauer ist Marktführer in der Herstellung von Schutzfolien

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Seit 1924 in Familienbesitz: Geschäftsführer Reinhard Bauer lenkt zusammen mit dem Vorstand die Geschicke des Unternehmens in Treysa. 

Schwalmstadt. Die Kunststoffindustrie hat einen schlechten Ruf. Darin sind sich Geschäftsführer Reinhard Bauer und Jürgen Vaupel, Vertriebsleiter Lebensmittel, einig. Immer wieder werde die Branche mit Müllbergen und verschmutzten Meeren durch Plastiktüten in Verbindung gebracht. 

„Das ist sicher in vielen Drittländern auch der Fall. Deutschland ist mit der Etablierung des Dualen Systems weltweit Vorbild in der Entsorgung von Kunststoffabfällen", sagt Vaupel. In der Ökobilanz stehe die Papiertüte keinesfalls besser da als die Plastiktüte. Von Seiten der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen gebe es aktuell die Initiative „Null Granulatverlust“. Ziel sei es, den Verlust der Kunststoffgranulate, die zur Herstellung der Folien benötigt werden, zu minimieren. Auch die Produktionsstätte in Wümbach sei um eine neue Regranulierungsanlage erweitert worden. „Produktionsabfälle aller drei Standorte werden hier regranuliert. Dabei entstehen pro Jahr 5000 Tonnen Granulat zur Wiederverwertung in der eigenen Folienproduktion und zum Verkauf“, erklärt Bauer.

Extruder: So heißen die Maschinen, mit deren Hilfe Folien geblasen werden.

Große Probleme mit der Wiederverwertung gebe es ohne Frage in Fernost. „In den Ländern setzt erst langsam ein Umdenken ein“, ist der Unternehmer überzeugt. In Deutschland sei aktuell ein Wertstoffgesetz in der Ausarbeitung. Der Gesetzesentwurf sieht vor, die Produktverantwortung der Hersteller für Verpackungen auf die stoffgleichen Nichtverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbunden auszuweiten. Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine öffentlich-rechtliche zentrale Stelle auf Bundesebene, die für Kontrolle und Transparenz sorgen soll.

Bereits 2008 habe man bei für einen großen Kosmetikhersteller Shampooflaschen aus Zuckerrohr herstellen lassen, erzählt Vaupel, die in der Herstellung doppelt so teuer gewesen seien. „Es ist schön, umweltgerecht zu produzieren. Die wenigsten Kunden greifen aber zum teureren Produkt“, sagt der Vetriebsleiter. Im Blick behalten sollte man den Ressourcenschutz. 94 Prozent der Erdölproduktion werde als Treibstoff verbrannt oder zum Heizen verwendet. „Nur sechs Prozent gehen in die chemische Industrie“, sagt Vaupel. Bei Horn und Bauer würde in der näheren Zukunft auf mehr Technologie gesetzt, erklärt Bauer, der mit Sohn Björn bereits einen Partner und Nachfolger in der Geschäftsleitung hat. Mit dem Ausbau im Werk Wümbach wolle man mindestens zehn neue Arbeitsplätze schaffen. 

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