Schwüles Wetter als Ursache?

Forscher rätseln über stechende Riebelsdorfer Wanze

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Wanze im Porträt: Die Art Psallus varians, von Leser Rudi Mende auf einem Blatt fotografiert, hat in mehreren Bundesländern Menschen gestochen. 

Riebelsdorf/Schwalm-Eder. Wanzen, die massenhaft Menschen stechen: Was vor wenigen Tagen in Riebelsdorf passiert ist, stellt Insektenforscher deutschlandweit vor ein großes Rätsel.

Denn der Überfall war kein Einzelfall. „Ich wollte das erst nicht glauben“, erklärte der Wanzenexperte Dr. Wolfgang Dorow im Gespräch mit der HNA. „Jeder Stich wurde auf einmal dieser Wanze zugeordnet.“ Inzwischen hätten auch Kollegen die Stiche dokumentiert. „Wieso die Wanze Menschen sticht, wissen wir nicht“, sagte der Biologe vom Senckenberg-Institut in Frankfurt, „aber irgendwas muss passiert sein.“ Eine Mutation hält er für unwahrscheinlich, der Forscher hat eher das Wetter im Verdacht: An dem Wochenende war es sehr schwül und warm.

Wie berichtet, wurden unserer Zeitung nach dem Wochenende Anfang Juni reihenweise Insektenstiche aus Riebelsdorf gemeldet. Nach Meinung von Dorow handelt es sich um die Weichwanze Psallus varians, die sich eigentlich von Pollen und Läusen ernährt und überwiegend auf Buchen und Eichen lebt. Der Biologe hatte in Fulda gefangene Tiere untersucht. Verhalten, Stiche und Aussehen stimmen mit der Riebelsdorfer Wanze überein.

„Die Tiere sind rötlich-braun gefärbt, die Männchen oft dunkler als die Weibchen“, so Dorow. Die Wanze ist wenige Millimeter groß und vermehrt sich im Mai und Juni. Im Sommer geht die Population zurück. Ein Stich kann allergische Reaktionen in Form von Rötungen und Schwellungen hervorrufen, als Krankheitsüberträger ist die Wanze nicht bekannt.

Inzwischen ist die Wanze deutschlandweit bekannt. Die Deutsche Presse-Agentur meldete Stiche in Thüringen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Hessen ist laut Dorow ein Schwerpunkt. Auch in Kassel, Frankenberg und Bad Hersfeld wurden Menschen gestochen.

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