Es ging um gefährliche Körperverletzung

Schlägerei auf Ziegenhainer Salatkirmes: Prozess endet mit Freispruch

+
Der Prozess endet mit einem Freispruch (Symbolbild).

Freispruch lautete das Urteil der Strafrichterin in einem Prozess vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der Angeklagte, ein 23-jähriger Mann aus Kassel, habe sich auf der Salatkirmes in Ziegenhain in einer Notwehrsituation befunden und deswegen mit einer leeren Wodkaflasche Abwehrbewegungen vollführt, erklärte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung.

Er habe zwar zwei Männer dabei verletzt, aber er habe die beiden aus Versehen getroffen, hatte zuvor auch die Staatsanwältin festgestellt und einen Freispruch beantragt: „Sie wollten die anderen nur abwehren.“ Was war geschehen? Im Juni des vergangenen Jahres stand der Angeklagte mit zwei Freunden während der Salatkirmes nachts gegen vier Uhr auf dem Alleeplatz. Eine Gruppe stark alkoholisierter junger Männer gesellte sich zu ihnen.

Anfangs sei alles sehr friedlich gewesen, waren sich alle Beteiligten während ihrer Zeugenaussagen einig. Doch dann seien ein weiterer Mann und eine Frau aufgetaucht. Der Angeklagte und dieser Mann riefen sich Beleidigungen zu. „Er war mein Freund, wir haben uns nur zum Spaß beleidigt“, erklärte der Angeklagte.

Plötzlich habe ihn einer der angetrunkenen Männer geschubst und gesagt, er solle sich benehmen, so der 23-Jährige. „Die dachten wohl, die Beleidigungen seien ernst gemeint“, vermutete der Angeklagte.

Die Gruppe sei immer näher gekommen und einer habe mehrmals gerufen „gib’ s ihm“, erinnerte sich der 23-Jährige.

Wollte ihn mit Wodkaflasche auf Abstand halten

Er habe sich bedroht gefühlt und deswegen mit der Wodkaflasche vor sich her gefuchtelt, um die anderen auf Abstand zu halten, so der Kasseler. Als er gemerkt habe, dass er einen Mann getroffen hatte, habe er sich sehr erschrocken und die Flasche sofort fallengelassen. Dabei sei dann der Glasboden der Flasche abgebrochen, so der Kasseler.

Die Zeugen konnten sich nur noch an wenig erinnern. „Ich hatte viel getrunken und es ist schon lange her“, sagte ein 18-Jähriger aus, der an dem Abend eine Platzwunde erlitten hatte. Im Krankenhaus sei bei ihm ein Alkoholwert von 2,58 Promille festgestellt worden, so der Zeuge.

Der Vorfall habe seinen Mandanten sehr beeindruckt, berichtete der Verteidiger und sagte, dass sein Mandant dem 18-Jährigen deswegen bereits Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro gezahlt habe.

„Ich wünschte, es sei nicht passiert“, sagte der Angeklagte zum Schluss.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.