Schwerstkranke Maria Langstroff aus Treysa konnte ans Steinhuder Meer reisen

Freunde organisieren Urlaub

Im Rettungswagen: Maria Langstroff (Mitte) zusammen mit ihrer Mutter Jutta Langstroff (Zweite von rechts) und den Pflegekräften Celina-Maria Landgraf, Wiltrud Sanderwenger, Maren Kühn, Michael Kaminsky und Jenny Lubeczyk sowie den Freunden Bernd Bormann, Ingo Friedrich und Silke Lenzen.
+
Aufbruch zum Kurzurlaub: Maria Langstroff (Mitte) zusammen mit ihrer Mutter Jutta Langstroff (Zweite von rechts) und den Pflegekräften Celina-Maria Landgraf, Wiltrud Sanderwenger, Maren Kühn, Michael Kaminsky und Jenny Lubeczyk sowie den Freunden Bernd Bormann, Ingo Friedrich und Silke Lenzen.

Ein Mischung aus Vorfreude und Anspannung lag am Samstagmorgen über dem Wohnhaus von Maria Langstroff. Noch bei völliger Dunkelheit hatten sich gegen 5 Uhr in der Frühe Familie und Freunde von Maria Langstroff versammelt, um der gesundheitlich beeinträchtigen jungen Frau an ihrem 34. Geburtstag eine Freude zu machen.

Treysa - „Du musst mal raus aus Schwalmstadt“, hatten Marias Freunde im Sommer festgestellt und es bei dieser Aussage nicht belassen. Einen Tag bevor Maria Langstroff mal wieder in eine Klinik musste, bekam die junge Frau die Nachricht, dass das Rote Kreuz Schwalm-Eder ihr einen Fahrt für einen Kurzurlaub ermöglicht.

„Mit dieser guten Nachricht im Kopf ließ sich die Krankenhauszeit viel besser überstehen. Es gab mir so viel Motivation“, sagte Maria Langstroff, die selbst die Planung für ihren Kurzurlaub übernahm. „Wer außer mir sollte wissen, was ich brauche“, so Langstroff, die aufgrund ihrer Muskelerkrankung eben nicht so einfach mal in ein Auto steigen kann, um mal eine Auszeit zu genießen. Langstroff ist für einen Ausflug, da sie selbst kein behindertengerechtes Fahrzeug besitzt, immer auf einen Krankentransportwagen angewiesen. „Es müssen so viele Dinge mitgenommen werden. Aber der Aufwand lohnt sich garantiert“, sagt Langstroff, der die Freude am Abreisetag ins Gesicht geschrieben stand.

Fünf Koffer mit medizinischer Ausrüstung

Maria Langstroff liebt das Meer und so wollte sie zunächst Travemünde ansteuern. Doch auf Rat ihres Lieblingskneipiers entschied sich die junge Treysaerin für einen Kurzurlaub am Steinhuder Meer. „Hier ist die Fahrtstrecke nicht ganz so lang. Ich freue mich so sehr auf den Strand“, sagte Langstroff am frühen Samstagmorgen. Ihr Pflegeteam hatte längst fünf Koffer mit medizinischem Equipment und Ausrüstung gepackt, schließlich kann Maria Langstroff nicht auf ihren Vitalmonitor, ihre Nahrungssonden, Schmerzmittel, Rollstuhlrampen und Notfallrucksäcke verzichten. „Ist die Sonnenbrille eingepackt?“, „Hat sich jeder ein Lunchpaket genommen?“, checkte Langstroff kurz vor Abfahrt noch einmal die Lage. Insgesamt begleiteten zehn Freunde und Mitstreiter des DRK die Kurzreise. „Es ist mein erster Geburtstag, den ich einmal nicht zu Hause oder im Pflegeheim verbringe. Zuletzt bin ich vor sieben Jahren verreist“, so Langstroff, die sich von ihrem Pflegebett auf die Krankentransportliege umbetten ließ, um so dann auf große Fahrt zu gehen.

Auch von angekündigten Autobahnsperrungen oder Einklemmen der Transportliege beim Einladen ließ sich Langstroff die gute Laune und Vorfreude nicht nehmen. Neben dem Besuch am Strand wollte die zehnköpfige Reisegruppe dem Schmetterlingshaus einen Besuch abstatten und für Sonntag war vor der Heimreise noch eine Schifffahrt und ein gemeinsames Essengehen geplant. „Ich möchte die Zeit einfach nur genießen“, sagte Maria Langstroff, die dem DRK Schwalm-Eder für ihren ehrenamtlichen Einsatz unglaublich dankbar ist. » 

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.