Pianisten Aeham Ahmad spielte in Treysa

Frieden ist die Botschaft in Treysa

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Spielte bis zur Flucht zwischen Trümmern: Gemeinsam mit Sängerin Nora Benamara war der palästinensisch-syrische Pianist Aeham Ahmad zu Gast in Treysa. Die beiden vertonten Gedichte eines palästinensischen Schriftstellers und sangen von einem Land aus Worten.

Mit dem palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad hatte das Fest der Begegnung rund um die Totenkirche einen ganz besonderen Gast auf der Bühne.

Aeham Ahmad wuchs als palästinensischer Flüchtling im syrischen Flüchtlingslager Jarmuk in Damaskus auf und erlangte durch sein Klavierspiel zwischen den Trümmern internationale Berühmtheit. Im April 2015 zerstörte der IS sein Klavier und so floh der junge Familienvater über die Balkanroute nach Deutschland. Seither nutzt er seine musikalische Begabung, um sich mit Musik für Frieden und Toleranz einzusetzen.

Am Sonntagnachmittag spielte Aeham Ahmad auf der großen Festbühne an der Totenkirche und wurde von der französisch-deutschen Sängerin Nora Benamara begleitet. Die beiden vertonten Gedichte eines palästinensischen Schriftstellers, sangen von einem „Land aus Worten“. Mechthild Henne begleitet Aeham Ahmad seit vielen Jahren auf seinem Weg in Deutschland, wo auch seine Autobiografie entstanden ist. 

Sie las kleine Geschichten aus dem Leben des jungen Syrers, der wie viele andere auch, im Jugendalter nicht immer Lust zum Klavierüben hatte. Sein blinder Vater schaffte es jedoch, den Sohn immer wieder zum Dranbleiben zu ermuntern. So waren die Variationen zu „Für Elise“ nicht nur ein musikalischer Beitrag, sondern eben auch eine besondere Form der Kindheitserinnerung für Ahmad.

Der Vater wollte, dass sein Sohn Aeham über die Musik eine internationale Sprache spricht. Das Publikum war zum Mitsingen bei „Die Gedanken sind frei“ eingeladen, und auch bei den arabischen Melodien durfte mitgesummt werden.

Das 24. Fest der Begegnung war erneut ein Ort des Zusammenkommens für Menschen unterschiedlichster Nationen. Eritreische Köstlichkeiten galt es am Stand von Simret Merhazion zu probieren und die syrischen Geschwister Rahaf und Ragad Zakaria zeigten ihre Liebe zum Tanz und zur Musik, indem sie zu koreanischer Popmusik tanzten. „Wir lieben es zu tanzen. Wir haben im Wohnzimmer zusammen geübt“, erklärten die beiden Schwestern.

Das deutsch-iranische Musik-Duo Ela und Mahi verzauberte am Ende des Festes das Publikum. Erster Stadtrat Lothar Ditter betonte in seinen Begrüßungsworten, dass Asylsuchende stets mehr als nur ein Dach über den Kopf bräuchten. „Menschen brauchen Anteilnahme und Kontakte, um das Gefühl der Fremdheit überwinden zu können“, so Ditter, der stolz ist, dass Schwalmstadt eine offene Stadt sei, die die Begegnung lebe und den menschlichen Erfahrungsaustausch schätze. „Fremde werden Freunde“ stand so als Slogan über dem Fest, das der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde und die Stadt organisierten.

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