A49-Weiterbau: Raddemo rund um Schwalmstadt

Friedlicher Protest für Nahmobilität: Bis zu 80 Teilnehmer kamen aus der Region zusammen

Sie starteten vom Paradeplatz: von links Jürgen Moser aus Treysa, Peter Haldorn aus Ziegenhain, Guido Hahn aus Treysa und Thomas Saiz aus Trutzhain unterstützten als Radfahrer des ADFC Schwalmstadt die Fahrrad-Demonstrationsfahrt als Ordner.
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Sie starteten vom Paradeplatz: von links Jürgen Moser aus Treysa, Peter Haldorn aus Ziegenhain, Guido Hahn aus Treysa und Thomas Saiz aus Trutzhain unterstützten als Radfahrer des ADFC Schwalmstadt die Fahrrad-Demonstrationsfahrt als Ordner.

Unter dem Motto: „Bitte wenden! Wege frei für nachhaltig mobile Menschen!“ sind am Freitag bis zu 80 Radfahrer aus der Region zusammen gekommen, um gegen gesperrte Radverbindungen im Zuge des A 49-Weiterbaus zu demonstrieren.

Schwalmstadt – 60 Radfahrer aus der Region versammelten sich am Freitagnachmittag auf dem Ziegenhainer Paradeplatz zu einer Fahrrad-Demonstrationsfahrt gegen die Kappung von Radrouten im Raum Schwalmstadt. Veranstalter Ulrich Wüstenhagen, als Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes, begrüßte die Teilnehmer in einer kurzen Ansprache vor der Abfahrt auf dem Paradeplatz, bevor es losging.

Veranstalter Ulrich Wüstenhagen begrüßte die Teilnehmer vor der Abfahrt auf dem Paradeplatz.

Die Raddemonstration war im Vorfeld mit Ordnungsämtern und der Polizei im Detail durchgesprochen und in der beantragten Form genehmigt worden (HNA berichtete). Einige Radfahrer waren mit der Bahn angereist und wurden durch ADFC-Lotsen nach Ziegenhain geführt.

Veranstalter Ulrich Wüstenhagen machte zunächst darauf aufmerksam, dass im Zuge des A49-Weiterbaus wichtige Radverbindungen unterbrochen worden sind und bedingt durch die Bauarbeiten zahlreiche Strecken bis Ende 2024 nicht nutzbar sind oder ganz verschwinden werden. Die Veranstalter unterstrichen nochmals, dass die Demonstration nicht als Protest gegen die Autobahn zu verstehen sei, sondern sich gegen die Nichtberücksichtigung der Nahmobilität im Zusammenhang mit dem Bau der A49 richte. Nichtsdestotrotz trage das derzeitige Mobilitätsverhalten zur Klimakrise bei – „das begreifen viele Menschen, aber nicht viele tragen zur Mobilitätswende etwas bei“, so die Organisatoren.

Pünktlich um 16:30 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung, um die 28 Kilometer lange Demo-Rundfahrt von Ziegenhain, über Ascherode, Treysa, Florshain, Mengsberg, Momberg, Neustadt und Wiera mit dem Ziel Haaße-Hügel in Treysa anzugehen. Unterwegs schlossen sich weitere Radfahrer dem Zug an, so dass die Teilnehmerzahl sich zeitweise auf knapp 80 erhöhte.

Je ein Polizeifahrzeug an der Spitze und eines am Ende sowie ein Polizeimotorrad sorgten zuverlässig für Sicherheit der Radfahrer. In Neustadt sicherten Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Durchfahrt der Gruppe.

Sie setzen sich für den Radverkehr ein: Peter Todtenbier, Nadja Overmeyer und Jörg Beck aus Neustadt.

Unterwegs auf der Strecke gab es einige Stopps, unter anderem dort, wo zwischen Florshain und Treysa das geplante Gewerbegebiet entstehen soll. Philipp Funck vom BUND und Felix Liesegang von „Stoppt den Landfraß“ gaben Erläuterungen zu den Folgen dieser Bauvorhaben auf die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch auf die wirtschaftliche Zukunft der Landwirte, auf die Trinkwassergewinnung und auf das Mikroklima in Schwalmstadt. Bei den Stopps in Wiera und am Horschmühlenweg in Treysa standen dann wieder klassische Radverkehrsthemen im Vordergrund. Der Radfernweg zwischen Neustadt und Momberg und weiter nach Wiera/Treysa werde rund drei Jahre unterbrochen. Trotz eindringlicher Hinweise des ADFC existiere kein Plan für eine komfortable und sichere Führung des Radverkehrs in dieser Zeit.

Mira Aretz aus Alsfeld mit einem Plakat des Aktionsbündnis „Wald statt Asphalt – Verkehrswende jetzt.“

Mit einer Abschlusskundgebung auf dem Haaße-Hügel endete die Veranstaltung gegen 19:45 Uhr. „Ziel der Demonstration war, sich vor Ort von kompetenten Menschen zeigen zu lassen, welche Folgen bestimmte politische Entscheidungen mit sich bringen“, sagte Ulrich Wüstenhagen und bedankte sich nachdrücklich bei den Polizeibeamten und den Mitarbeitern der Ordnungsämter für die professionelle Absicherung dieser friedlichen Fahrrad-Demonstrationsfahrt. Auch aus Sicht der Polizei verlief die Demonstration am Freitag friedlich und ohne Zwischenfälle, erklärte die Polizei auf HNA-Anfrage.

Von Jörg Döringer

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