750 Euro Bußgeld

Fuß unterm Autoreifen: 20-jähriger Fahrer bestreitet vor Gericht jeden Vorsatz

Wegen eines Eingriffs in die Sicherheit des Straßenverkehrs und einer gefährlichen Körperverletzung musste sich ein 20-jähriger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Jugendgericht verantworten.
+
Wegen eines Eingriffs in die Sicherheit des Straßenverkehrs und einer gefährlichen Körperverletzung musste sich ein 20-jähriger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Jugendgericht verantworten.

Wegen eines Eingriffs in die Sicherheit des Straßenverkehrs und einer gefährlichen Körperverletzung musste sich ein 20-jähriger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Jugendgericht verantworten.

Schwalm-Eder-Kreis - Der Staatsanwalt warf dem jungen Mann vor, im Februar mit seinem Auto auf der Treysarer Straße in Wasenberg zielgerichtet einer jungen Frau über den Fuß gefahren zu sein. Danach habe er die 15-Jährige bedroht, er werde sie im Wald zerstückeln, wenn sie ihn anzeige. Der Angeklagte gab zu, der Jugendlichen über den Fuß gefahren zu sein. Doch sei dies unabsichtlich passiert. „Als ich losfuhr, drehte sie sich um und kam mit dem Fuß unter den Reifen“, sagte der 20-Jährige. Er habe sie gefragt, ob er sie ins Krankenhaus fahren solle. Die 15-Jährige habe dies verneint.

Die verletzte Jugendliche sagte als Zeugin, der Angeklagte würde öfter absichtlich auf Leute zufahren. Als sie den 20-jährigen später per Handy geschrieben habe, dass sie ihn anzeigen wolle, habe er sie bedroht, dass ihm bekannt sei, „wie man Menschen zerstückelt“. Die weiteren Zeugenaussagen widersprachen sich ebenfalls in vielen Punkten. Nach einer Aussage stand der Pkw auf der Straße, nach einer anderen mit zwei Reifen auf dem Bürgersteig. Ein Zeuge sagte, die Jugendliche habe direkt neben dem Auto gestanden, ein anderer meinte, sie sei bereits einige Meter entfernt gewesen.

„Wir haben eine klassische Aussage-gegen-Aussage-Situation“, stellte der Staatsanwalt fest. Auch sehe er keine gefährliche Körperverletzung als erwiesen an, sondern nur eine fahrlässige. Deswegen beantragte er die Einstellung des Verfahrens, jedoch verbunden mit einer Geldbuße. Die Jugendrichterin fragte den Angeklagten, ob er etwas aus dem Prozess gelernt habe.

„Ich hätte gleich die Polizei rufen sollen, weil es ja ein Unfall war“, antwortete der 20-Jährige. Er versprach, dass ihn das Gericht nie wieder sehen werde. Daraufhin stellte die Richterin das Verfahren vorläufig ein. Wenn der junge Mann innerhalb des nächsten halben Jahres 750 Euro an die Kindernothilfe überweist, hat sich die Angelegenheit für ihn erledigt. Die Jugendrichterin gab ihm mit auf den Weg, mit seinem Auto aufzupassen und Anspielungen zu unterlasssen. (Christiane Decker)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.