Ein ganz echter Sippel

Treysaerin stellt in einem Einkaufsführer Besonderheiten von Paris vor

Bietet – wie immer - Überraschungen: 111 originelle Einkaufstipps in Paris gibt die aus Treysa stammende Dagmar Sippel. Foto: privat/nh

Paris/Treysa. Das, wovon Frauen träumen, hat Dagmar Sippel für mehr als ein Jahr zum Beruf gemacht: Sie ging einkaufen.

Die aus Treysa stammende Künstlerin hat sich auf eine Entdeckungsreise durch die Einkaufswelt in ihrer Wahlheimatstadt Paris gemacht. Das Ergebnis: In einem ungewöhnlichen Einkaufsführer führt sie den Leser zu 111 Geschäften mit besonderem Charme und Flair - man kann sich mit wunderbaren, handgedruckten Tapeten oder atemberaubenden, französischen Strümpfen eindecken, verrückte Brillen und eine riesige Auswahl an alten Grammophonen bestaunen. Wir sprachen mit ihr über das Buch.

Einkaufsführer über Paris gibt es sicherlich viele. Was unterscheidet Ihren von anderen? 

Dagmar Sippel: Mein Shopping Guide ist ein ganz persönliche Mischung aus dem, was für mich zu Paris und der französischen Kultur gehört, meine Erfahrung mit Touristen als Reiseleiterin, über 25 Jahre Berufserfahrung und meiner Tätigkeit als Fotografin.

Findet sich das auch in dem Buch wieder? 

Sippel: In einem echten Film von Hitchcock tauchte Alfred immer selber ganz kurz auf, und in einem „ echten Sippel“, nach 30 Jahre Selbstportraits und Selbstdarstellung, muss es auch natürlich ein paar ganz persönliche Überraschungen geben. Es darf gesucht und gelacht werden.

Waren Sie in allen 111 Geschäften einkaufen? 

Sippel: Alle 111 Geschäfte sind von mir persönlich ausgewählt, ich kaufe dort ein, kenne die Besitzer und schätze die Qualität der Produkte und Waren. Mit den meisten Geschäftsleuten oder Verkäufern habe ich Interviews gemacht, alles auf Französisch natürlich, hab‘ sie auf mein altes Diktiergerät sprechen lassen, noch mit Kassette - heute könnte man sagen: ich bin vintage, oldfashioned.

Wie lange braucht man da für die Recherche? Es ist sicherlich auch nicht schwer gefallen? 

Sippel: Um die definitiven 111 Geschäfte auszusuchen, hat es mehrere Wochen gebraucht, da muss man die Geschäfte vorher anrufen, fragen, ob sie in einem deutschsprachigen Shopping Guide vertreten sein möchten, dann braucht man die Erlaubnis vorort Fotos machen zu dürfen und auch die Erlaubnis, Verkäufer oder Kunden zu interviewen. Je berühmter die Namen, umso schwieriger. Ich habe an dem Buch 15 Monate gearbeitet.

Geht die typische Pariserin dort einkaufen? 

Sippel: Das weiß ich nicht. Mein Wunsch ist es, ein breites Publikum anzusprechen, in erster Linie natürlich Frauen. Frauen sind aber auch Mütter, haben Männer, usw… und so kommt eines zum anderen. Liebhaberadressen sind es alle, auch für die Pariserinnen, elegant und chic, aber auch praktisch und originell, für Kleidung, Wohlsein, Essen und Familie.

Welches ist Ihr persönlicher Lieblingsladen? 

Sippel: Diese Frage kann ich nicht beantworten, weil jeder Laden hat etwas ganz besonderes und ich liebe sie alle - sonst wären sie nicht in meinem Buch.

Was nehmen Sie mit nach Paris, wenn Sie in der Schwalm waren? 

Sippel: Eine Rote Wurscht vom Fleischer Becker und eine Flasche Schwalmbräu für meinen französischen Mann, Didier. Nicht zu vergessen, bei jedem meiner Besuche in der Schwalm esse ich in der Bahnhofstraße bei Wiegand eine Bratwurst mit einer Tüte Fritten, das sind Kindheitserinnerungen.

Wie sehen aktuelle Planungen aus? Gibt es Ausstellungen? 

Sippel:  Ich atme erst mal auf und freu mich, das Buch, „mein Baby“, auf die Welt gebracht zu haben. Danach bin ich dann wieder bereit für neue Abenteuer…

Von Sylke Grede

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