Der eigene Platz am Wasser

Gartenpools sind im Landkreis gefragt wie noch nie

Kerstin Gringel zeigt einen vom Bauunternehmen Gringel in Schwalmstadt gerade neu gebauten Gartenpool.
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Ein Stück Lebensqualität: Kerstin Gringel zeigt einen vom Bauunternehmen Gringel in Schwalmstadt gerade neu gebauten Gartenpool.

Eigene Pools sind im Schwalm-Eder-Kreis gerade so gefragt wie nie. Nicht nur die vergangenen heißen Sommer haben für den Boom gesorgt, sondern auch die Folgen des Coronavirus.

Schwalm-Eder – Nicht nur, aber wohl auch wegen des Coronavirus liegen Gartenpools im Trend. Die Spanne reicht vom günstigen Baumarktpool mit Kartuschenfiter für rund 120 Euro bis hin zum vollwertigen Schwimmbad im Wert eines Neuwagens. Grenzen setzt nur der Geldbeutel und der zur Verfügung stehende Platz.

Cocooning, also der Rückzug ins Private sei ein großer und breiter Trend, erklärt Florian Kramm, einer der Geschäftsführer von Edeka Hessenring in Melsungen: „Wir haben in unserer Region eine unglaublich hohe Dichte von Gärten“, so Kramm und erklärt, dass für viele Menschen gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit offenbar auch ein Pool dazugehöre.

Über mangelnde Nachfrage können sich gerade die Baumärkte nicht beklagen. Pool-Angebote seien in kürzester Zeit abverkauft, bestätigt Kramm, der bei Edeka unter anderem für die Herkules Bau- und Gartenmärkte verantwortlich ist.

Wer jetzt noch einen einfachen Gartenpool haben möchte, muss nehmen, was da ist und darüber hinaus meistens auch noch etwas tiefer in die Tasche greifen als noch im Frühjahr. Auch ein Blick auf die Homepage eines bekannten Online-Händlers zeigt: Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis.

Schwalm-Eder: Nachfrage nach Pools stark gestiegen

Von dem Trend zum eigenen Platz am Wasser profitieren nicht nur Baumärkte und Discounter, sondern auch Baufirmen wie das Bauunternehmen Gringel. Seit 2008 hat die Firma aus Schwalmstadt Gartenpools im Angebot. Seit 2016 gehört Gringel mit 50 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und Luxemburg zum Interessenverband Pool for Nature. Dadurch profitiere man von einem breiten Erfahrungsschatz sagt Kerstin Gringel.

Die Nachfrage nach Pools sei in diesem Jahr spürbar angestiegen, hat die die Poolexpertin festgestellt und vermutet dahinter auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Es habe sie besonders überrascht, dass der Poolbau nun oft direkt mit dem Bau eines Hauses verbunden werde, sagt die Fachfrau: „Das war früher nie so.“ Oft seien es die 40- bis 50-Jährigen, die jetzt einen Pool im eigenen Garten realisieren wollen, weiß Gringel: „Die Leute fragen sich: Worauf wollen wir noch warten.“

Rohbau: Bevor im Pool geplanscht werden kann, muss erstmal viel Erde bewegt werden.

Die Firma Gringel hat sich unter anderem auf Natur-Pools spezialisiert. Ein großer Vorteil dieser Poolvariante ist es, dass zur Reinigung des Wassers auf Chlor komplett verzichtet werden kann. Das Wasser werde durch einen Biofilter geleitet und könne das ganze Jahr im Becken verbleiben, erklärt Kerstin Gringel.

Die meisten Gartenbesitzer wollen ein acht Meter langes Becken haben, weiß die Ziegenhainerin. Sofern die Zugangsmöglichkeiten vorhanden seien, könne man in jeden Garten einen Pool bauen, sagt die Poolexpertin und fügt lachend hinzu: „Wir haben auch schon einen Mini-Bagger mit einem Kran über ein Haus heben lassen.“

Die Bauzeit für einen vier mal acht Meter großen Pool beträgt, inklusive der Außengestaltung, rund vier Wochen. Bis 100 Kubikmeter Fassungsvermögen bedarf es keiner Baugenehmigung, so Kerstin Gringel: „Wir fragen aber immer auf der Gemeinde nach.“ Wer meint, jetzt gleich loslegen zu können, wird enttäuscht. Nicht nur bei dem Schwalmstädter Betrieb sind die Auftragsbücher voll. Die Poolexpertin empfiehlt „Sinnvoll ist es, jetzt in Ruhe zu planen, und im kommenden Frühjahr zu bauen.“

Ein Pool ist gerade während der Corona-Situation eine willkommene Erfrischung. In einer ersten Region könnten sie nun verboten werden. (Matthias Haass)

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