Gegen Landfraß und Lärm

Schwalm: Bürgerinitiative kritisiert Pläne für Industriegebiet an A 49

Der Trassenbau, hier in der Nähe der Auffahrt Schwalmstadt, geht zügig voran. Bagger gestalten die Böschung und die Trasse.
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Der Trassenbau, hier in der Nähe der Auffahrt Schwalmstadt, geht zügig voran. Bagger gestalten die Böschung und die Trasse.

Schwalmstadt. Mitglieder und Freunde der Gruppe „Stoppt den Landfraß“, die seit zwei Jahren kritisch auf das geplante Gewerbegebiet an der A 49 schauen, haben sich mit Britta Mallach, Mitorganisatorin der Bürgerinitiative (BI) für ein lebenswertes Neu-Eichenberg getroffen. Im Fokus stand der Vortrag zur Entstehung und Arbeit der BI in Neu-Eichenberg, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dabei gehe es vor allem um die Frage, wie Menschen für die einschneidenden, flächenversiegelnden Maßnahmen und ihre Auswirkungen zu sensibilisieren sind, teilt Dorothea Bieker mit von der BI mit.

Das zwischen Treysa, Florshain und Frankenhain gelegene Gebiet umfasst laut Angaben des Magistrats der Stadt Schwalmstadt 30 Hektar Land, das zum Bau eines Industrieparks verwendet werden soll. In etwa 15 Kilometern Entfernung Richtung Norden liegt bereits das Gewerbegebiet Neuental und in 20 Kilometern Entfernung Richtung Süden das sehr gut entwickelte Gewerbegebiet von Stadtallendorf.

Bürgerinitative fordert umdenken

Neben den Bedenken, ob dieser Standort wirtschaftlich positiv für Schwalmstadt wäre, bleiben die offenen Fragen, ob ausreichend Parkflächen für die zu erwartenden LKWs vorhanden sind beziehungsweise mit welchem zusätzlichen Verkehrsaufkommen die Stadt Schwalmstadt rechnet. Weiterhin stehen die Fragen im Raum, wie sich die Verkehrsplanung in Schwalmstadt insgesamt entwickeln soll und welche Lärmschutzmaßnahmen sowohl für die A 49 als auch für das Gewerbegebiet notwendig werden. Auch wie die Anwohner Schwalmstadts vor der wahrscheinlich eintretenden Verschlechterung der Luftqualität geschützt werden sollen, ist bislang unklar. Beide Initiativen halten es für bedenkenswert, dass für das geplante Gewerbegebiet 30 Hektar bestes Ackerland versiegelt werden sollen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der dringenden Notwendigkeit des Ineinklangbringens von Landwirtschaft, dem Schutz von Flora und Fauna und einer nachhaltigen positiven Entwicklung von Schwalmstadt stelle sich die Frage, ob solche großzügigen Planungen noch zu rechtfertigen und zeitgemäß sind, heißt es weiter.

Die BI für ein lebenswertes Neu-Eichenberg und die Initiative „Land schafft Zukunft“ haben mit ihrem Alternativvorschlag bereits einiges Neu- und Umdenken in der erreicht. Die Schwalmstädter Gruppe „Stoppt den Landfraß“ möchte gern mit interessierten Schwalmstädtern und der Stadt zu diesem Thema ins Gespräch kommen.

Wünschenswert wäre die Organisation von runden Tischen mit Politikern und Bürgern. Ein regelmäßiger Stammtisch zum Austausch und zur Vorbereitung von Aktivitäten ist in Planung. (sro)

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