Gift-Angriff

Herbizid tötet Eiche in Niedergrenzebach

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Das Bohrloch: Hier hinein soll ein Unbekannter ein Herbizid gegeben haben.

Niedergrenzebach. Was wäre, wenn die Eiche in der Straße Am Gebind erzählen könnte? Interessant wär’s allemal, schließlich trägt sie schon länger keine Blätter mehr.

Wie die Stadt jetzt bekannt gab, wurde der etwa 30 Jahre alte Baum vergiftet. Eine Pressemitteilung informiert darüber, dass Schwalmstadt Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat.

Die Stadt hatte den Baumsachverständigen Philipp Funck (Rommershausen) beauftragt, ein Gutachten für die tote Eiche zu erstellen, die auf öffentlichem Grund steht. Funck stellte fest, dass der Eiche durch ein Bohrloch Gift eingeflößt wurde und er berechnete auch den Schaden: Der wird auf 5600 Euro taxiert, hinzu kommen die Kosten für das Pflanzen eines neuen Baums und die für das laufende Verfahren.

Hört sich nach viel Geld für eine einzige Eiche an – doch der Gutachter widerspricht. „Die teuerste Eiche, die ich gepflanzt habe, kostete 26.000 Euro. Sie hatte ungefähr dieselbe Größe wie dieser etwa acht Meter hohe Baum“, sagt Funck, der hinsichtlich der Schadenshöhe auf Richtlinien und die Funktion des Baumes an Ort und Stelle verweist. „Dass die Eiche eine gestalterische und verkehrsberuhigende Funktion in dieser Straße hat, macht sie so wertvoll.“ Und bis ein junger Baum diese Aufgaben ausfüllen könne, brauche es eben Zeit und Pflege, so Funck weiter. Alternativ könnte die Stadt auch eine gleichaltrige Eiche pflanzen, die jedoch deutlich teurer wäre.

„Das ist aber auch gar nicht nötig“, erklärt Bürgermeister Stefan Pinhard auf HNA-Nachfrage, „der Baum stellt momentan keine Gefahr dar und muss nicht gefällt werden.“ Pinhard will durch die Anzeige erst einmal verhindern, dass die Allgemeinheit auf den Kosten sitzen bleibt.

Dass das Gutachten nun eine vorsätzliche Sachbeschädigung – also das Einflößen von Herbiziden durch ein Bohrloch im Stamm – ans Licht bringen soll, verdutzt die Niedergrenzebacher. Der Baum trage, so hört man, schon seit mindestens einem Jahr keine Blätter mehr. Die Stadt sei durch den Ortsbeirat informiert worden. Die Eichen in der Straße bescheren den Anwohnern zwar viel Arbeit, berichten sie. Warum jemand allerdings einen Baum gezielt vergiften sollte, erschließt sich ihnen nicht. Weiteres wird unklar bleiben, denn es würde nochmal Geld kosten, das Herbizid zu bestimmen, dazu müssten entnommene Bohrspähne im Labor analysiert werden.

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