1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt
  4. Schwalmstadt

Glasfaser: Kommunen im Altkreis sehen mehr Chancen als Risiken

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Matthias Haaß

Kommentare

Bunte Kabel werden in der Nahaufnahme gezeigt.
Infrastruktur: In Gilserberg, Frielendorf, Schwalmstadt und Willingshausen will das Unternehmen Goetel Glasfaser verlegen. Archi © Monika Wüllner

Der Ausbau des Glasfasernetzes ist auch im Altkreis eines der größten Infrastrukturprojekte seit Langem und steht im Fokus der breiten Öffentlichkeit.

Schwalm – Wenn es dann mal Probleme gibt, ist die Sorge bei vielen Menschen groß. Als unsere Zeitung über die bei Nacht und Nebel verschwundene Baufirma beim von der Firma Goetel organisierten Glasfaserausbau in Niestetal berichtete, sorgte das auch in der Region für Gesprächsstoff. Wir fragten in den Goetel-Kommunen Gilserberg Willingshausen, Frielendorf und Schwalmstadt nach.

Gilserberg

Man stehe beim Ausbau gerade am Anfang, teilte Bürgermeister Rainer Barth mit. Gestartet werde in Gilserberg. Die Baufirma in Gilserberg sei dieselbe, die gerade den Ort Jesberg ausgebaut habe, so der Verwaltungschef: „Ich kann verstehen, dass Bürger besorgt sind, dass der Ausbau nicht so schnell erfolgt, wie angekündigt.“

Bauamt und Bauhof würden mit der Firma wegen Baustelleneinrichtung und Lagerplätzen im engen Kontakt stehen. Der privatwirtschaftliche Ausbau des Netzes sei aktuell der einzige Weg, jetzt zu einem solchen Glasfaseranschluss zu kommen, betont Barth: „Ich sehe es nach wie vor als Chance für die ländliche Region.“

Frielendorf

Da es sich um ein eigenwirtschaftliches Projekt der Firma Goetel handele, habe man auch keinen Einfluss, erklärt Frielendorfs Bürgermeister Jens Nöll: „Der Marktflecken Frielendorf hat mit Goetel keinerlei Verträge geschlossen.“

Natürlich sei es ärgerlich, wenn Bauarbeiten die Menschen in ihrem direkten Umfeld einschränken plötzlich unterbrochen oder vollständig eingestellt werden, erklärt der Verwaltungschef: „Meines Wissens nach handelt es sich hier auch um einen Einzelfall.“ Die Arbeiten in Frielendorf sollen nach Angaben von Jens Nöll 2024 abgeschlossen sein.

Schwalmstadt

Die Situation in Niestetal ist seiner meiner Meinung nach nicht Goetel anzulasten, erklärt Stefan Pinhard: „Es kann jedem Auftraggeber passieren, dass sein Auftragnehmer die bestellte Tiefbauleistung nicht erfüllt oder sogar einstellt.“

Warum sollte der Bürger besorgt sein, fragt sich der Verwaltungschef: „Niemand leistet Vorkasse oder geht vorerst einen Vertrag ein.“ Die Hausanschlüsse werden kostenlos für den Interessenten gebaut, sofern dieser sich nach erfolgtem Bau für einen Glasfasertarif bei der Goetel entscheidet, erklärt Pinhard: „Wird der Glasfaseranschluss nicht gebaut, hat der Interessent auch keine Verpflichtung.“ Goetel habe der Stadt zugesagt, dass der Ausbau Ende 2023, Anfang 2024 abgeschlossen sein wird, so der Rathauschef.

Willingshausen

Willingshausen befindet sich noch ganz am Anfang des Glasfaserausbaus. Auch in der Malerkolonie-Kommune handelt sich um privatwirtschaftliches Unterfangen von Goetel.

Die Gemeinde strebe dennoch einen Kooperationsvertrag mit ausbauenden Firmen an, teilt Bürgermeister Luca Fritsch mit: „Darin soll unter anderem vereinbart werden, dass während einer möglichen Bauphase regelmäßige Abstimmungen mit dem Netzbetreiber sowie der ausbauenden Firma stattfinden sollen.“ Man werde darin auch eine Begehung und Dokumentation der Baustellen vor Beginn und nach Fertigstellung vorsehen, so Fritsch weiter: „Nach dem Ausbau soll es aussehen wie davor.“ Nach Angaben von Goetel könne 2023 ein Großteil des Ausbaus erfolgt sein, so der Bürgermeister.

Das sagt Goetel

Das Göttinger Unternehmen teilte auf Anfrage mit, dass es keine Anzeichen gab, dass die Firma die Baustelle einfach ohne Vorwarnung verlassen würde. Das sei nun aber alles anderer als ein Normalfall, so ein Sprecher. Sollte es in einem anderen Ausbaugebiet zu ähnlichen Problemen kommen, werde man diese genauso schnell und nachhaltig lösen, wie in Niestetal. „Eine positive Entwicklung hatte das Ganze außerdem: es haben sich zahlreiche Baufirmen aus den umliegenden Regionen bei uns gemeldet, um ihre Hilfe in Niestetal anzubieten“, sagte der Unternehmenssprecher. (mha) 

Auch interessant

Kommentare