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Gründer Armin Happel will Leerstand in Schwalmstadt beseitigen

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Leerstand am Marktplatz in Treysa: Hier musste in den zurückliegenden Jahren eine Reihe von Läden aufgegeben werden.
Leerstand am Marktplatz in Treysa: Hier musste in den zurückliegenden Jahren eine Reihe von Läden aufgegeben werden. © Jenny Breiding

Seine selbstentwickelte Lösung: Begehbare Verkaufsautomaten, bei denen keine Verkäufer mehr benötigt werden.

Schwalmstadt – Er habe sich überlegt, wie Innenstädte wieder belebt werden könnten. „In den letzten Jahren mussten viele Einzelhändler ihre Geschäfte aufgeben. Das kann man in fast jeder ländlich geprägten Gemeinde beobachten. Der Leerstand fällt besonders rund um den Marktplatz in Treysa auf“, erklärt Armin Happel, Geschäftsführer der Careiot-Gesellschaft.

In der Wagnergasse in Treysa hat der Schwalmstädter in einem leerstehenden Laden ein Beispielgeschäft eingerichtet. Hinein kommen Kunden, indem sie mit ihrer Bankkarte die Tür öffnen. „Dabei wird ein Euro von dem Konto abgebucht, die Buchung danach sofort wieder storniert. So ist immer klar, wer gerade im Laden ist, völlig kostenlos“, erläutert Happel.

Zusätzlich sei der gesamte Laden videoüberwacht, schließlich müsse man sich vor Diebstählen schützen. In seinem Laden können Kunden Zubehör für 3D-Drucker kaufen. „Aber grundsätzlich ist die Lösung eine für den gesamten Einzelhandel. Aber Juweliere oder andere Händler, die teure Waren verkaufen, sollten nach wie vor auf Verkäufer vertrauen“, erzählt Entwickler Happel.

Armin Happel hat ein System für den verkäuferlosen Einzelhandel entwickelt. Hier scannt er Zubehörmaterial für 3D-Drucker, genannt Filament.
Armin Happel hat ein System für den verkäuferlosen Einzelhandel entwickelt. Hier scannt er Zubehörmaterial für 3D-Drucker, genannt Filament. © Philipp Knoch

Bezahlen kann der Kunde ebenfalls alleine, er müsse den Barcode seines Einkaufs einscannen, danach mit Karte bezahlen. Das funktioniere ohne zusätzliche Eingabe des Kunden und sei für jeden bedienbar, so Happel. Durch die Kartenzahlung müsse der Ladenbetreiber kein Wechselgeld vorhalten und die Einbruchsanreize seien geringer.

Ohne Verkaufspersonal könnten auch kleinere Läden wirtschaftlich betrieben werden, so Happel. Außerdem sei Verkaufspersonal ohnehin kaum noch zu finden, besonders im ländlichen Raum. Happel betont, den bestehenden Händlern wolle er keine Konkurrenz machen. Er sieht sein Konzept eher als Möglichkeit, gegen den Onlinehandel antreten zu können.

Preislich gebe es keinen großen Unterschied zwischen Online und automatisiertem Laden. Außerdem seien online Farben oft nicht genau zu erkennen, was in seinem Laden mit Zubehör für den 3D-Druck besonders wichtig sei. Und ein weiterer Vorteil sei, dass ohne Personal zu jeder Uhrzeit eingekauft werden könne, auch an Sonntagen oder spät abends. (Philipp Knoch)

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