Expertise zweier Kliniken

Gynäkologie setzt auf Zusammenarbeit mit Uniklinik Marburg

Freuen sich auf die gemeinsame Arbeit: von links die Geschäftsführerinnen Dr. Sylvia Heinis (Marburg) und Dr. Dagmar Federwisch (Schwalmstadt), die Chefärzte Dr. Heinz-Josef Kaum und Prof. Dr. Uwe Wagner (Marburg) sowie die Leitende Oberärztin Miriam Schuchhardt.
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Freuen sich auf die gemeinsame Arbeit: von links die Geschäftsführerinnen Dr. Sylvia Heinis (Marburg) und Dr. Dagmar Federwisch (Schwalmstadt), die Chefärzte Dr. Heinz-Josef Kaum und Prof. Dr. Uwe Wagner (Marburg) sowie die Leitende Oberärztin Miriam Schuchhardt.

Die Frauenklinik in Ziegenhain und die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Uniklinik Marburg arbeiten mit dem Beginn des Jahres eng zusammen.

Schwalmstadt / Marburg – Davon werden die Patientinnen, ihre Angehörigen und letztlich auch die beteiligten Mediziner erheblich profitieren, erklärten Chefarzt Dr. Heinz-Josef Kaum (Asklepios Schwalmstadt) und der Leiter der Frauenklinik Marburg, Prof. Dr. Uwe Wagner, gemeinsam.

Der Zusammenschluss vieler Experten werde zahlreiche Vorteile für die Patientinnen im Schwalm-Eder-Kreis bündeln, ohne dass sich weite Fahrtwege für sie und ihre Angehörigen ergeben. Zugleich steigere sich die Qualität insbesondere in der Diagnostik, die auf breitere Füße gestellt werde, indem direkt auch eine zweite oder auch dritte Meinung eingeholt werden kann.

Der „Qualitäts-Verbund Asklepios Frauenklinik Ziegenhain (ASEK) und der Uni-Frauenklinik Marburg“ (UKM) gilt für die Geburtshilfe und für die Gynäkologie. Gerade bei bösartigen Erkrankungen des weiblichen Geschlechtsorgans sei ein enger Kollegenaustausch bedeutsam. Der Zusammenschluss garantiere die beste Versorgung und Behandlung, so Dr. Kaum (61). In der Praxis werde dieser Austausch zu jeder Tages- und Nachtzeit an 365 Tagen im Jahr möglich sein, persönlich, telefonisch oder per Mail. Die ständige Erreichbarkeit innerhalb der Kooperation, gerade auch bei kritischen Fällen, bringe ein höheres Tempo.

Auch im schon seit Monaten erfolgten Aufbau des Verbundes sei der Marburger Klinikleiter Professor Wagner (58) zu Visiten und Operationen nach Ziegenhain gekommen. Der Austausch beziehe alle ein, vom Chef bis zum Assistenzarzt. Im Rahmen der Vereinbarungen soll es auch einen Weiterbildungsverbund zwischen den beiden Standorten geben. Ganz besonders würden sowohl Patientinnen als auch Kollegen vom Wissen des Marburgers Wagner profitieren, der seit Jahrzehnten Hochschullehrer ist und eigene Forschungsprojekte für neue Behandlungsmöglichkeiten gerade im Bereich der Onkologie führe.

Klinikverbund mit erfahrenen Medizinern

Der Klinikverbund wird von den leitenden Ärzten der Schwalmstädter Frauenklinik, Dr. Heinz-Josef Kaum und Miriam Schuchhardt, sowie von Prof. Dr. Uwe Wagner, Leiter der Marburger Frauenklinik, angeführt. Kaum ist langjähriger Chefarzt, Miriam Schuchhardt sammelte ihre Erfahrung unter anderem als Leitende Oberärztin der Gynäkologie in Schwalmstadt. Wagner ist zudem Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Marburg. 

Zusammenarbeit soll viele Vorteile bringen

Der Qualitätsverbund der Frauenkliniken des Asklepios Klinikums Schwalmstadt und des Universitätsklinikums Marburg als Kooperationspartner ist in den zurückliegenden Monaten aufgebaut worden. In der Medizin sei es Gold wert, wenn sich viele Experten zusammenschließen, das sei Anlass der Zusammenarbeit, die einen „großen Qualitätsvorsprung“ bringen soll.

Für Professor Uwe Wagner ist eine weitere Motivation, dass der Austausch eine wechselseitige Entlastung mit sich bringe. Im Weiterbildungsverbund werden etwa interessierte Assistenzärzte einen Teil ihrer Weiterbildungszeit am jeweils anderen Standort durchlaufen können. „Je mehr Wissen und unterschiedliche Erfahrungen unsere Assistenzärzte an den unterschiedlichen Einrichtungen mitbekommen, desto besser sind sie für die Zukunft gewappnet. Das schlägt sich dann wiederum in der Behandlung der Patienten nieder“, kommentiert der Schwalmstädter Chefarzt Kaum. Er unterstrich gegenüber der HNA, dass viele Patientinnen durch den Verbund in Ziegenhain behandelt werden können, die andernfalls in ein Uniklinikum müssten, denn mit Professor Wagner gewinne man einen sehr profilierten Kopf. Wagner sei seit 25 Jahren Hochschuldozent und setze sich in eigenen Forschungsprojekten für neue Verfahren ein. Im Bereich der Onkologie verfüge der Professor über enorme Erfahrung.

Es werde einen permanenten Austausch geben, ohne Konkurrenzdenken, aber mit vielen Synergieeffekten. Das Ganze solle nicht als Einbahnstraße funktionieren, in der „einer alles Schwierige, der andere alles Einfache“ versieht. Das Klinikum Marburg will von den Möglichkeiten in Schwalmstadt profitieren. Wagner: „Eine Uniklinik macht viel, vieles aber auch nicht, und Medizin muss regional organisiert werden.“

Oberärztin Miriam Schuchhardt unterstrich die Vorteile für die Patientinnen während und nach der Schwangerschaft, insbesondere dann, wenn es zu schwierigen Situationen kommt und nicht nur die Ärzte schnell handeln müssen, sondern in erster Linie die Hebammen. „Auch bei kritischen Fällen ist die Erreichbarkeit gegeben“, ergänzt Dr. Kaum.

Dr. Dagmar Federwisch, Geschäftsführerin der Asklepios Klinik in Schwalmstadt, spricht von einem Glücksfall, die medizinische Qualität und somit die Versorgung der Patienten werde verbessert. Überzeugt vom großen Nutzen zeigte sich auch ihre Kollegin Dr. Sylvia Heinis, Geschäftsführerin der Uniklinik Marburg. Zusätzliche Kosten würden nicht entstehen. (Anne Quehl)

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