Mangel bei Frischprodukten

Hacker-Angriff auf Tegut wirkt sich auf Schwälmer Filialen aus

Nach einem Cyberangriff auf das IT-Netzwerk bei Tegut gibt es aktuell Probleme bei Warenwirtschaftsprogrammen, auch in Filialen in der Schwalm, hier der Standort in Treysa.
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Nach einem Cyberangriff auf das IT-Netzwerk bei Tegut gibt es aktuell Probleme bei Warenwirtschaftsprogrammen, auch in Filialen in der Schwalm, hier der Standort in Treysa.

Wer in diesen Tagen Milchprodukte, Gebäck oder eine Tiefkühlpizza in einer Tegut-Filiale kaufen möchte, muss sich darauf einstellen, die Waren nicht in gewohnter Auswahl in den Regalen und Kühltheken zu finden.

Schwalm – Auch in der Schwalm berichten Kunden von zum Teil recht leeren Regalen in den drei Filialen in Treysa, Ziegenhain und Schrecksbach. Der Grund ist ein sogenannter Cyberangriff auf das IT-Netzwerk des Unternehmens. Vor zehn Tagen hatten ihn Unbekannte auf das Unternehmen verübt. Mit den Auswirkungen kämpfen die Filialen immer noch.

Denn betroffen sind unter anderem die Warenwirtschaftsprogramme, die in der Logistik die Verfügbarkeiten regeln. Unternehmenssprecher Matthias Pusch bestätigt, dass es deshalb auch vereinzelt zu Engpässen bei der Warenauswahl kommen kann. Darüber werden Kunden in der Schwalm jeweils an den Eingangstüren der Filialen informiert. Probleme gibt es offenbar auch bei den Kassensystemen, berichten Kunden. So könnten aktuell keine Gutscheine eingelöst werden, heißt es von Tegut. Der Verkauf der Geschenk- und Gutscheinkarten ist ebenfalls nicht möglich.

Nach dem Cyberangriff waren sämtliche IT-Netzwerk- systeme der Zentrale gemäß Notfallplan heruntergefahren und vom Netz genommen worden. Ein Krisenstab habe die Sicherheitsbehörden informiert und arbeite mit IT-Experten aktuell mit Hochdruck daran, den Normalbetrieb wieder herzustellen, heißt es aus der Fuldaer Zentrale.

Betroffen war auch der E-Mail-Server, der ebenfalls vom Netz genommen werden musste. Schriftliche Anfragen können daher nicht an Tegut gestellt werden. Auch Schnittstellen auf der Internetseite waren betroffen – der Login-Bereich „Mein tegut“ ist deaktiviert. Betroffen ist zudem der gesamte Prozess der Aktionspreise – Aktionsangebote können deshalb nicht abgewickelt werden. Wie auf der Internetseite der Herzberger Bäckerei, die ihre Waren über die Tegut-Filialen vertreibt, zu erfahren ist, können Bestellungen aus dem Onlineshop, die nach dem 23. April eingegangen sind, aktuell nicht versendet werden.

Die drei Schwälmer Filialleiter haben auf HNA-Anfrage an die Fuldaer Zentrale verwiesen. Noch ist nicht absehbar, wann die Programme wieder hochgefahren werden können. „Der Krisenstab hat die Sicherheitsbehörden informiert und arbeitet mit IT-Experten aktuell mit Hochdruck daran, den Normalbetrieb wieder herzustellen“, sagt Pressesprecher Pusch. „Wir sind ein sehr großes Unternehmen und brauchen etwas Zeit, weil einfach viele Prozesse betroffen sind – wir gehen kleine Schritte, das Thema ist hochsensibel – deshalb wird es keine Schnellschüsse geben.“ Neue Erkenntnisse zu dem Cyberangriff gebe es aktuell noch nicht.

Vollsortimenter setzt seit 1982 auf Bio 

Die Tegut... gute Lebensmittel GmbH und Co. KG ist ein Handelsunternehmen mit mehr als 280 Märkten in Hessen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg, sowie Göttingen und Mainz. Im Sortiment sind etwa 23 000 Produkte, darunter gängige Marken, Eigenmarken und Biomarken. Seite 1982 liegt der Fokus des Vollsortimenters auf Bio. Heute machen 3800 Bioprodukte etwa 30 Prozent des Umsatzes aus. Seit 2013 ist Tegut ein Teil der Genossenschaft Migros Zürich. 2020 belief sich der Netto-Umsatz auf 1,26 Mrd. Euro. Insgesamt sind etwa 7300 Menschen in den Märkten, den Logistikzentren und den Zentralen Diensten tätig. 

(Sandra Rose)

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