In der Notunterkunft sind viele der Asylsuchenden abgereist

Hälfte der Flüchtlinge im Chinapark ist weg

Ziegenhain. Knapp die Hälfte der noch am Wochenende in der Ziegenhainer Notunterkunft im Chinapark anwesenden Flüchtlinge hat die Einrichtung wieder verlassen.

Sie sind einfach nicht mehr da: Am vergangenen Samstag waren 250 Menschen endlich angekommen in Ziegenhain, bis Mitte der Woche sind laut Kreisverwaltung von den insgesamt 330 Flüchtlingen 161 auf eigene Faust weiter gereist - ohne Registrierung und ohne sich abzumelden.

„Wenn die Leute weg wollen, können wir sie nicht festhalten“, erklärt Landrat Winfried Becker das Prinzip der Freizügigkeit. Genau Gründe für die Abreise der Menschen weiß man nicht. Die meisten wollen offenbar in ein anderes Land oder zu Verwandten und Bekannten, meint der Landrat. Teilweise würden sie direkt am Chinapark abgeholt, andere wiederumg reisen mit dem Zug weiter, berichtet der Landrat von Beobachtungen.

Im Chinapark werden die Flüchtlinge aufgelistet, so Becker, um den Betrieb der Einrichtung wie beispielsweise die Essensausgabe zu organisieren. Zwei Mal am Tag werde durchgezählt, um die Anwesenheit festzustellen. Eine Registrierung ist inzwischen auch in Ziegenhain möglich. Sechs mobile Teams des Regierungspräsidums Gießen sollen auch in Notunterkünften die rasche Registrierung der Flüchtlinge „möglichst zeitnah“ sicherstellen, erklärte das RP Gießen, das hessenweit die Erstaufnahme organisiert.

Für den Landkreis ist die spontane Abreise der Flüchtlinge weniger das Problem, sagt Landrat Becker. Schwieriger sei es, wenn die angekündigte Ankunft von mehreren Hundert Menschen kurzfristig abgesagt werde. Das sei bereits vier Mal passiert und stelle eine Herausforderung dar: Ständig müsse dann die Logistik komplett hoch und wieder runter gefahren werden.

Für die Nacht zum Freitag ist für den Chinapark die Ankunft von 300 weiteren Flüchtlingen angekündigt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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